Eine überwältigende Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist besorgt um die Auswirkungen sozialer Netzwerke auf junge Menschen. Laut einer repräsentativen Umfrage von «gfs.bern» im Auftrag der Stiftung Mercator Schweiz fordern 94 Prozent der Befragten einen verstärkten Schutz für Minderjährige vor den Risiken dieser Plattformen.
Obwohl soziale Medien fest in den Alltag integriert sind, wachsen die Sorgen um ihre Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Der Umfrage zufolge sehen viele Menschen einen dringenden Handlungsbedarf. Zudem äußern sich 90 Prozent der Teilnehmenden kritisch gegenüber großen Technologiekonzernen wie Meta, Google oder TikTok und glauben, dass diese hauptsächlich profitgetrieben agieren. Darüber hinaus befürchten 82 Prozent eine übermäßige Abhängigkeit der Schweiz von internationalen Tech-Unternehmen.
Viele Befragte wünschen sich zudem mehr staatliche Eingriffe: 65 Prozent halten den Staat künftig für verantwortlich, sicherzustellen, dass die Digitalisierung positive Effekte hervorbringt. International gewinnt der Diskurs um soziale Medien ebenfalls an Dynamik: In den USA wurde Meta zusammen mit Alphabet erstmals für die psychischen Auswirkungen von Social-Media-Sucht zur Verantwortung gezogen und einer 20-jährigen Klägerin wurden drei Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen. In Italien plant die Regierungspartei Lega, den Zugang zu Social Media für Kinder unter 14 Jahren zu verbieten und sieht vor, dass ältere Minderjährige nur mit elterlicher Zustimmung zugreifen dürfen.
Die Studie verdeutlicht das Anliegen vieler Menschen nach stärkeren Schutzmechanismen und strengeren Regelungen im Umgang mit digitalen Technologien, während sie gleichzeitig eine intensivere Kontrolle großer Tech-Konzerne einfordern.