Ein sozialen Medien zirkulierendes Video zeigt Müllberge an der Limmat in Zürich, die nach einer Party am Samstagabend auch ins Wasser gelangten. Dieser Vorfall ist Teil eines bestehenden Littering-Problems.
Besonders kontrovers war letztes Jahr die Situation rund um die Street Parade, bei der im Sommer Hunderttausende Menschen feiern. Joel Meier, Präsident der Street Parade, äusserte sich in einer Liveübertragung auf «3+» kritisch: «Es ist unfair und zum Kotzen», erklärte er bezüglich des Verhaltens von Detailhändlern, die Getränke zu tiefen Preisen verkaufen, jedoch nicht an den Abfallkosten beteiligt sind. Er bemängelte, dass Grossverteiler ihre Gemüseabteilungen zugunsten von Alkoholika räumen würden, was Meier als unanständig empfindet.
Der gemeinnützige Street-Parade-Verein trägt jedes Jahr rund 250.000 Franken für Abfallgebühren auf. Coop, das eine Filiale am Bahnhof Stadelhofen betreibt, äusserte sich im August des Vorjahres dahingehend, dass reguläre Entsorgungsmöglichkeiten angeboten würden und keine zusätzlichen Beiträge geplant seien.
Trotzdem hat der Dialog mit Detailhändlern laut Joel Meier zu Fortschritten geführt. Gespräche hätten stattgefunden, um die Problematik anzugehen. Als Ergebnis verzichten die Händler auf den Verkauf von Spirituosen in Glasflaschen, da diese ein Sicherheitsrisiko darstellen – jedes Jahr werden bei der Technoparade über 100 Verletzungen wegen Glasbruch behandelt. Zudem sollen Container häufiger geleert und Maßnahmen ergriffen werden, um die missbräuchliche Nutzung von Einkaufswagen zu verhindern.
Meier gibt jedoch zu, dass noch nicht alles erreicht sei: «Wir möchten einen Tanzfläche schaffen, keine Müllhalde», betonte er. Eine Lösung bezüglich der Kostenbeteiligung an der Abfallentsorgung steht aus. Der Verein hat ebenfalls die Aufgabe, das Bewusstsein seiner Besucher zu schärfen, da diese sich mit Getränken eindecken und somit Teil des Problems sind.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12.5.2026, 12:03 Uhr