Im letzten Jahr erfolgte zweimal eine Senkung des hypothekarischen Referenzzinssatzes, zuerst auf 1.5 Prozent und dann weiter auf den Rekordtiefstand von 1.25 Prozent. Diese Reduktion kann theoretisch die Mietzinse senken, erfordert jedoch die Initiative der Mieter oder eine freiwillige Anpassung durch Vermieter. Eine gesetzliche Verpflichtung besteht hierfür nicht.
Der Referenzzinssatz wird quartalsweise von der Bundesbehörde für Wohnungswesen festgesetzt – jeweils zu Beginn der Monate März, Juni, September und Dezember – basierend auf dem Durchschnitt aller aktiven Hypotheken, gerundet auf den nächsten Viertelprozentpunkt.
Trotz einer Senkung des Referenzzinssatzes müssen Mieter aktiv werden, um Mietsenkungen zu erreichen. Vermieter können die Möglichkeit haben, gestiegene Kosten oder Teuerungseffekte zu kompensieren. Somit ist es ratsam für Mieter, ihre Berechtigung zur Senkung im Voraus zu prüfen – beispielsweise durch einen Online-Rechner. In einigen Fällen kann die Teuerung eine Reduktion sogar komplett neutralisieren.
Wer untätig bleibt, zahlt weiterhin den bisherigen Mietzins. Dies verdeutlicht eine Studie der Zürcher Kantonalbank (ZKB): Viele Mieter verzichten auf mögliche finanzielle Erleichterungen. Nach Angaben der Studie hätten fast 50 Prozent aller Schweizer Mieter von der letzten Senkung profitieren können, tatsächlich aber nur zwölf Prozent.
Im Kanton Zürich könnten laut ZKB sogar 70 Prozent der Mieter Anspruch auf eine Mietminderung haben. Tatsächlich machten jedoch lediglich 16 Prozent davon Gebrauch. Die ZKB führt dies darauf zurück, dass sich Mieter unsicher sein könnten oder gar eine Erhöhung des Mietzinses befürchten würden. Einige scheuen den Aufwand oder wissen nicht, ob sie berechtigt sind.
Zudem zeigt die Studie: Wer bereits einmal eine Senkung eingefordert hat, bleibt oft aktiv und nutzt auch nachfolgende Möglichkeiten zur Reduktion aus. Etwa die Hälfte dieser Gruppe machte von der zweiten Senkung ebenfalls Gebrauch und sicherte sich so einen größeren finanziellen Vorteil. Die ZKB vermutet, dass dieses Verhalten in den nächsten Monaten zunehmen könnte.
Der Immobilienmarkt hat sich indessen etwas entspannt, wie Experten im aktuellen Immobilienbarometer berichten. Verglichen mit dem Vorquartal sind die Mieten für bestehende Wohnungen um 0.2 Prozent gesunken.
SRF 4 News, 16.4.2026, 9 Uhr