Früher bot ein Studium in Russland jungen Männern eine Art Schutz vor der Einberufung zur Armee. Nun berichten Medien jedoch häufiger über Anwerbungsversuche von Universitäten und Fachhochschulen durch die Regierung. Es wird Druck ausgeübt, um junge Menschen für den Militärdienst zu gewinnen – insbesondere als Drohnenspezialisten.
Maxim Malzew, ein Offizier aus Tula, erklärt: “Es handelt sich um einen befristeten Vertrag, der besagt, dass Drohnenpiloten nicht in andere Truppenteile versetzt werden dürfen. Der Dienst findet im Hinterland statt.” Militärjurist Artjom Klyga, der momentan in Deutschland lebt, zweifelt an diesen Versprechen und meint: “Rechtlich sind diese Zusicherungen nicht abgesichert. Es gibt keine Garantie dafür, dass man weit von der Front oder in einer bestimmten Truppengattung bleibt.” Entscheidend sei letztendlich das lokale Kommando.
Zudem ist die zeitliche Begrenzung des Dienstes auf ein Jahr nicht gesichert. Studenten aus Moskau, die von SRF News befragt wurden, zeigen wenig Interesse an einem Einsatz als Drohnensoldat. “Ich bin hier, um zu studieren und später in meinem Fachgebiet zu arbeiten”, sagt einer. Andere wollen nur ihr Studium abschließen und sehen die Armee nicht als Option. Ein Student meint: “Nach meinem Abschluss werde ich mehr nutzen, glaube ich.”
In sozialen Medien wird über hundert Bildungsinstitutionen berichtet, an denen Studierende rekrutiert werden sollen, um tausende zukünftige Soldaten zu gewinnen. Obwohl kein Zwang ausgeübt werde, gebe es Druck – besonders auf schlecht abschneidende Studenten, die Gefahr laufen, ihr Studium abzubrechen.
Quelle: Tagesschau, 29.3.2026, 19:30 Uhr; SRF/frac/horm; hues; brus