Die blockierte Meerenge von Hormus zeigt Anzeichen einer Entspannung. Der Iran hat den Vereinten Nationen mitgeteilt, dass er die Durchfahrt für «nicht feindselige» Schiffe gestattet. Unter diesen versteht der Iran Transporter aus Ländern, die sich nicht am Konflikt beteiligen oder Angriffe auf den Iran unterstützen. Diese Information wurde von der iranischen Regierung an die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) weitergeleitet und zirkuliert nun unter den Mitgliedsstaaten. Seit Dienstag haben bereits neun Schiffe die Strasse von Hormus passieren können, was einen Anstieg gegenüber früheren Tagen darstellt.
Für die Durchfahrt benötigen Tanker eine Genehmigung durch iranische Behörden. Aktuell sind etwa 800 Öltanker und weitere Transporter blockiert. Insbesondere asiatische Schifffahrtsunternehmen könnten sich für das iranische Angebot interessieren, da deren Länder stark auf die Öllieferungen aus dem Golf angewiesen sind und bereits Engpässe verspüren. Die Situation ist ein Risikomanagement.
Die USA begrüssen die iranischen Signale positiv: US-Präsident Donald Trump äusserte sich erfreut über das «große Geschenk» des Irans, ohne Details zu nennen, und betonte, dass dies zeige, mit den richtigen Parteien verhandelt zu werden. Diese Entwicklungen wurden im Ölmarkt als Fortschritt wahrgenommen, was zu einer Preisreduktion führte. Der Ölpreis an der Londoner Börse ist seit Wochenbeginn um 12 Prozent gesunken.
Trotz dieser Fortschritte bestehen weiterhin erhebliche Versorgungsengpässe weltweit. Asiatische Länder, Australien und Neuseeland sind besonders betroffen; die Philippinen haben den Energie-Notstand ausgerufen. Die Blockade der Strasse von Hormus begann vor mehr als drei Wochen, was nun zu einem Mangel an Öl- und Treibstofflieferungen führt. Auch europäische Länder könnten vom Nachschubmangel nach Asien betroffen sein.
Fluggesellschaften stehen vor höheren Kosten: Der Kerosinpreis hat sich zum Teil verdoppelt, was besonders die Billigflieger trifft, da sie mit niedrigen Margen arbeiten. Obwohl viele Airlines Schwankungen der Kerosinpreise durch Verträge absichern, ist dies nur teilweise und zeitlich begrenzt möglich. Seit Beginn des Konflikts sind die Aktienkurse von Fluggesellschaften eingebrochen.
Länder setzen auf Rationierungen: Verschiedene Nationen haben drastische Maßnahmen ergriffen, um der Energiekrise zu begegnen. Sri Lanka begrenzt den Treibstoffbezug pro Woche, Bangladesch hat tägliche Limiten eingeführt, und in Myanmar dürfen Fahrzeuge nur an bestimmten Tagen tanken. Weitere Maßnahmen gibt es von Kenia bis Slowenien. In Italien wurde die Treibstoffsteuer gesenkt und ein Preisdeckel festgesetzt.
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen haben verschiedene Länder Einschränkungen zur Sparsamkeit eingeführt: Pakistan und die Philippinen setzen auf verkürzte Arbeitswochen für Behörden, Indien limitiert den Verkauf von Flüssiggas für Haushalte, Vietnam und Thailand rufen zum Homeoffice auf und in Ägypten werden nächtliche Werbebeleuchtungen abgeschaltet.
SRF 4 News, 24.3.2026, 00:30 Uhr