Wärme fördert das Wachstum der Zürcher Spargeln: Im Unterland konnten die ersten Stangen bereits zum Osterfest geerntet werden, was einen Rekord in der Geschwindigkeit darstellt. Ein Blick auf die königliche Frühlingsfrucht. Wie verläuft die aktuelle Saison? Die kürzlichen warmen Temperaturen haben der Ernte des grünen Spargels zugutegekommen. Benjamin Keil vom Rafzer Spargelhof der Jucker Farm erklärte gegenüber Keystone-SDA: «Normalerweise hätten wir mit den grünen Spargeln erst Ende dieser oder Anfang nächster Woche gerechnet.» Die anfängliche Kälte hat jedoch die Ernte des weissen Spargels verzögert, wobei eine «ausgezeichnete Saison» erwartet wird. Es handelt sich um dieselbe Pflanze: Der weisse Spargel wächst unterirdisch und muss blind gestochen werden, was Übung erfordert. Grüner Spargel entwickelt seine Farbe durch Sonnenlicht an der Oberfläche und kann einfach abgeschnitten werden. Laut Keil sind grüne Spargeln beliebter, da sie weniger Aufwand für den Verbraucher bedeuten – sie müssen nicht geschält werden. Entsprechend richtet sich die Produktion darauf aus. Welche Bedingungen benötigen Spargeln zum Wachsen? Wärme ist essenziell. «Von Natur aus hätten wir jetzt noch keine Spargeln», erklärt Keil. Um Temperatur zu unterstützen, werden Folien auf den Feldern ausgelegt, wie die Jucker Farm auf ihrer Webseite berichtet. Teilweise sind die Dämme zusätzlich mit Mini-Tunnels bedeckt, um so die Wärme in den Dämmen zu regulieren. Kann der Erntezeitpunkt genau vorhergesagt werden? In der Regel strecken sich Spargeln Anfang April hervor. Um präzisere Vorhersagen treffen zu können, setzt der Hof Sensoren ein: Die Temperatur im Damm bestimmt den Saisonstart. Diese messen die Temperaturen in 40 Zentimetern Tiefe (unmittelbar an der Wurzel), 20 Zentimeter tiefer und oberirdisch. Bei 12 Grad Celsius an der Wurzel beginnt das Wachstum, was hilft, Erntehelfer rechtzeitig einzusetzen. Wie können Schweizer Spargelproduzenten mit ausländischen mithalten? Hofleiter Keil betont gegenüber Keystone-SDA: «Als Schweizer Produzent sind wir im starken Preiskampf.» Höhere Lohnkosten erfordern Effizienz und Qualität. Eine heute gestochene Spargelstange, die morgen verkauft wird, kann sich nicht mit einer mexikanischen vergleichen. Wie erfolgt die Ernte? Manuell: Der Hof investierte in eine neue Wasch- und Sortieranlage, was laut Keil 75‘000 bis 100‘000 Franken an Lohnkosten spart. Zur Frischeprüfung: Der Anschnitt sollte feucht sein, keine Holzfasern zeigen. Die Stangen sollten fest sein und sich kaum biegen lassen – frischer Spargel bricht. Ein weiteres Indiz ist der Quietschtest: Zwei frische Stangen ergeben ein leises Geräusch beim Reiben.