Die USA haben angekündigt, ab Montagnachmittag um 16 Uhr (MESZ) Schiffe anzuhalten, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen. Laut Berichten wird ebenfalls über begrenzte Militärschläge im Iran nachgedacht, um die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Präsident Trumps Ziel mit dieser Drohung ist es, den Iran daran zu hindern, Gebühren von Schiffen für die Durchfahrt durch die Meerenge zu verlangen und somit das Land von Öleinnahmen abzuschneiden. Die Meerenge ist für Teherans Exportgeschäfte zentral, so Experten wie Daniel Möckli vom Center for Security Studies an der ETH Zürich. “Die Amerikaner wollen die politische Dynamik ändern”, da Iran zurzeit kaum zu Konzessionen bereit sei.
Um eine effektive Blockade durchzuführen, benötigt die USA laut Möckli Flugzeugträger, Zerstörungsschiffe und umfangreiches militärisches Equipment, um iranische Häfen vollständig abzukoppeln. Es bleibt jedoch unklar, wie weit Washington gehen wird: Während Trump alle Schiffe stoppen will, die mit iranischer Bewilligung durchfahren, plant das US-Militär lediglich, den Hafenverkehr zu blockieren.
Die Strasse von Hormus ist eine der wichtigsten Öltransportrouten weltweit. Eine Blockade könnte die Versorgung stark beeinträchtigen. Möckli sieht zwar eine Eskalation, glaubt aber an eine Verhandlungslogik: Die USA erhöhen den wirtschaftlichen Druck, da militärischer Druck allein nicht ausreicht.
Für Iran könnte ein Abkoppeln vom Seehandel schwerwiegende wirtschaftliche Folgen haben und im Extremfall zu einem Währungskollaps führen. Global könnten Ölpreise steigen und Versorgungsengpässe entstehen, was eine kritische Zeitspanne von etwa neun Tagen erfordert, um große Lücken in der Weltversorgung zu vermeiden.
Teheran interpretiert die Drohungen als Ausdruck amerikanischer Ratlosigkeit und spricht von einem “Bluff”. Gegenmaßnahmen werden angedroht, und eine Blockade könnte als militärischer Akt gewertet werden. Auch eine Konfliktverlagerung auf andere Handelsrouten wird nicht ausgeschlossen.
Ob die Strategie der USA erfolgreich sein wird, ist ungewiss. Entscheidend wird sein, wer zuerst nachgibt. Möckli erwartet verstärkte diplomatische Bemühungen und betont, dass ein umfassendes Abkommen zwischen den USA und dem Iran notwendig wäre, um die Situation stabil zu halten. Pakistans Aussenminister Ishaq Dar appellierte an beide Seiten, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten und Pakistan werde seine Vermittlerrolle fortsetzen.