J. D. Vance, der amerikanische Vizepräsident, soll nun die Führung bei den Verhandlungen mit dem Iran in Islamabad übernehmen. Seine bisherige Skepsis gegenüber einem Krieg mit dem Iran könnte entscheidend für seine politische Zukunft und mögliche Präsidentschaftskandidatur 2028 sein.
Während der Entscheidung, die zum Konflikt führte, spielte Vance kaum eine Rolle. Die damaligen Verhandlungen wurden von Donald Trumps Golffreund Steve Witkoff und Schwiegersohn Jared Kushner geleitet. Nach Gesprächen in Genf berichteten sie Washington, dass Iran nicht an einem ernsthaften Abkommen interessiert sei. Gegensätzliche Berichte kamen von omanischen Vermittlern und britischen Regierungsberatern, die ein gutes Angebot Irans bestätigten.
Trotzdem begannen die USA und Israel einen Luftkrieg, der die Konfliktursachen kaum veränderte. Nun soll Vance bei den anstehenden Verhandlungen in Islamabad eine zentrale Rolle spielen. Auch wenn Kushner und Witkoff wieder dabei sind, wird er für Washington führen.
Die ‘New York Times’ berichtete, dass Trump schon vor der letzten Gesprächsrunde mit Iran entschieden hatte, zum Krieg überzugehen. Eine Präsentation durch israelische Politiker im Weissen Haus soll einen wesentlichen Einfluss gehabt haben.
Vance war bei diesem Treffen nicht anwesend, nahm aber an einer weiteren Sitzung teil und argumentierte gegen den Krieg. Er warnte vor Chaos im Nahen Osten, einem hohen Blutzoll und der Spaltung von Trumps Wählerbasis. Trotz seiner Einwände unterstützte er letztlich den Präsidenten.
Vance, ein Veteran des Irak-Krieges, hatte sich zuvor gegen militärische Interventionen ausgesprochen. Seine Befürchtungen betreffen die möglichen Folgen eines Krieges und die politische Glaubwürdigkeit.
Sein Auftrag in Islamabad wird als ultimativer Test seiner politischen Loyalität und Glaubwürdigkeit angesehen. Er versuchte, den Widerstand gegen einen langen Krieg zu betonen, doch nach sechs Wochen zeigte sich die Komplexität einer Beendigung des Konflikts.
Mit zunehmender Einflussnahme in der Regierung steht Vance vor Herausforderungen durch die gegensätzlichen Forderungen beider Seiten. Iran fordert Bedingungen zur Waffenruhe, während die USA und Israel auf eine Beruhigung drängen. Eine Friedenslösung scheint schwierig innerhalb des geplanten Zeitrahmens zu erreichen.
Trump hat Vance eine nahezu unmögliche Mission übertragen: Wenn ein Abkommen zustande kommt, soll der Vizepräsident die Schuld tragen; bei Erfolg wird Trump den Erfolg für sich beanspruchen.