Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung bestätigt erneut den Zusammenhang zwischen Ehe und Gesundheitsvorsprung. Die Kolumne «Hauptsache, gesund» beleuchtet dieses Thema. Am heutigen Datum feiern meine Frau und ich unseren Hochzeitstag – ein Ereignis, das wir jedes Jahr mit Freude begehen. Während die Planung eines geeigneten Restaurants fast so aufregend ist wie der Tag selbst, erfüllt uns am meisten Glück und Dankbarkeit über unser langes Zusammenleben und unsere Gesundheit. Viele unserer damaligen Hochzeitsgäste, die wir auf Fotos sehen, sind inzwischen nicht mehr unter uns. Forscher des Department of Public Health Sciences an der University of Miami haben in einer Studie im Fachblatt «Cancer Research Communications» analysiert: Bei über hundert Millionen US-Bürgern traten bei niemals verheirateten Erwachsenen fast alle Krebsarten häufiger auf als bei gegenwärtig oder ehemals Verheirateten. Das Krebsrisiko war bei unverheirateten Männern um 68 Prozent und bei Frauen um 85 Prozent erhöht. Besonders auffällig sind diese Ergebnisse bei Personen über 55 Jahren, was vermuten lässt, dass der Gesundheitsvorteil mit längerer Ehedauer zusammenhängt. Die Studie betont jedoch, dass statistische Zusammenhänge noch keinen kausalen Beleg liefern. Dennoch sind die Forscher überzeugt, dass der Familienstand das Krebsrisiko durch soziale und verhaltensbezogene Faktoren beeinflusst. Häufig wird der Einfluss von Ehe oder Partnerschaft auf Gesundheit untersucht – oft mit viel Medienaufmerksamkeit. Die Studie legt nahe, dass in einer Partnerschaft gegenseitige Unterstützung und Ansporn zu einem gesünderen Lebensstil gehören. So wird es einfacher, gemeinsam gesunde Gewohnheiten wie Rauchverzicht oder regelmäßigen Sport einzuführen. Unser Hochzeitstag steht im Zeichen der Freude an unserer Partnerschaft – weit entfernt von statistischen Krebsrisiken. Wir lassen uns ein Glas Champagner schmecken und feiern, während wir Oscar Wildes Zynismus in seinem Roman «Das Bildnis des Dorian Gray» widerlegen: «Männer heiraten, weil sie müde sind; Frauen, weil sie neugierig sind: Beide werden enttäuscht.»