Das Pentagon ist schon lange mit der Untersuchung von UFOs beschäftigt, doch erst jetzt hat Präsident Donald Trump angeordnet, die Geheimhaltung zu durchbrechen. Diese Entscheidung könnte auch auf seine schwächelnden Umfragewerte zurückzuführen sein: In Kriegszeiten kann eine ausserirdische Bedrohung als willkommene Ablenkung dienen.
Ein bekanntes UFO-Ereignis ereignete sich 1969, als der spätere Präsident Jimmy Carter ein leuchtendes Objekt über Georgia beobachtete. Während er mit dem Lions Club sprach, sahen alle den Himmel an und bemerkten einen „selbstleuchtenden Ball“, der seine Farbe von Blau zu Rot und dann Weiß wechselte. Nach diesem Erlebnis versprach Carter, UFO-Geheimnisse offenzulegen, sobald er Präsident wäre. Doch nach seinem Amtsantritt hielt er sich zurück, da nationale Sicherheitsbelange an erster Stelle stehen müssten.
57 Jahre später kündigte Trump die Freigabe von UFO-Akten an, um die Geheimhaltung früherer Regierungen zu durchbrechen. „Frühere Regierungen haben es versäumt, transparent zu sein“, schrieb er auf Truth Social und forderte die Bürger auf, selbst zu entscheiden, was los sei.
Auf einer retrofuturistisch gestalteten Website sind nun 162 Dateien verfügbar, darunter Berichte von den 1940er Jahren bis heute. Unter ihnen befinden sich schon bekannte Sichtungen wie jene des Senators Richard Russell aus dem Jahr 1955 und eine Aussage von Astronaut Buzz Aldrin über Apollo 11.
Die UFO-Gemeinschaft sieht in der Veröffentlichung eine Bestätigung ihrer Theorien, doch auch Skeptiker erkennen nur wenig neuen Erkenntnisgewinn. Die meisten Berichte sind abstrus: Zwei FBI-Beamte beschrieben beispielsweise 2023 ein orangefarbenes Objekt am Felsvorsprung, das an Saurons Auge erinnerte.
Von den 28 Videos und 14 Bildern auf der Website bieten nur wenige greifbare Beweise. Ein Infrarot-Video aus Griechenland zeigt lediglich einen weißen Punkt über dem Meer, während ein Video aus Syrien zwei halbtransparente orangefarbene Flecken zeigt.
Trotz der dürftigen Erkenntnisse könnte die Veröffentlichung als Paradigmenwechsel gesehen werden. Das Pentagon klassifiziert UFOs nun offiziell als ungelöste Anomalien, was sie aus dem Dunstkreis von Verschwörungstheorien herausführt.
2017 enthüllte ein Artikel in der „New York Times“ das geheime Advanced Aerospace Threat Identification Program (AATIP) des Pentagons, das zwischen 2007 und 2012 mit 22 Millionen Dollar finanziert wurde. Luis Elizondo, der ehemalige Leiter, veröffentlichte Material als Whistleblower, ohne jedoch handfeste Beweise für außerirdische Besuche zu liefern.
Die Veröffentlichung des UAP-Berichts unter Joe Biden 2021 und die erste Kongressanhörung seit Jahrzehnten 2022 zeigen ein wachsendes politisches Interesse. Marco Rubio, der heutige Aussenminister, plädiert dafür, unvoreingenommen mit den Phänomenen umzugehen und betont, dass alles, was unbefugt in den Luftraum eindringt, eine Bedrohung darstellt.
Sogar Barack Obama gestand 2017 ein, dass es Aufnahmen von nicht identifizierten Himmelsobjekten gibt. Nach einer Reaktion auf Twitter von Trump stellte er später klar, dass seine Aussage scherzhaft war. Die Veröffentlichung der UFO-Akten könnte nun Trump helfen, das Interesse zu wecken und die Moral zu heben – ein Effekt, den Ronald Reagan als Präsident ebenfalls hoffte erreichen zu können.
Reagan selbst hatte 1974 als Gouverneur eine Begegnung mit einem UFO in Kalifornien. Auch als Präsident thematisierte er Ausserirdische und fragte rhetorisch nach dem Potenzial eines gemeinsamen außerirdischen Feindes, um den Kalten Krieg zu überwinden.
Insgesamt könnte Trumps Entscheidung, die Akten freizugeben, auf eine ähnliche Hoffnung zurückzuführen sein: Ein neues, vereinigendes Interesse in schwierigen Zeiten.