Michelle Keller beleuchtet die politische Dimension des Grundstücksverkaufs am Ägerisee, der zu einer parlamentarischen Untersuchungskommission (Puk) geführt hat. Die Zuger Behörden stehen unter Druck wegen Vorwürfen wie fehlerhaften Inspektionen und möglichen Drohungen gegen kritische Mitarbeiter. Eine Staathaftungsklage in Höhe von 67 Millionen Franken belastet die Regierung zusätzlich.
Die Einsetzung der Puk, das stärkste Mittel des Parlaments seit über vier Jahrzehnten, sollte das Vertrauen in staatliche Institutionen wiederherstellen. Doch bereits im Start traten Probleme auf: Vorwürfe von Interessenkonflikten bei Mitgliedern und mangelnde Transparenz sorgten für Kritik. Die Puk-Präsidentin Barbara Gysel versprach Transparenz, doch die meisten Fragen wurden mit Verweisen auf Geschäftsordnungen beantwortet.
Trotz der Vorwürfe gegen einige Mitglieder hält man an ihnen fest, was das Vertrauen der Bevölkerung weiter unterminiert. Kritik kommt auch aus den eigenen Reihen, wie ein Vorstoss von SVP-Kantonsrat Thomas Werner zeigt, der fordert, bei jedem Anschein von Befangenheit zu wechseln.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Verzögerung bei der Bereitstellung relevanter Akten durch die Direktion des Innern aufgrund des Notariatsgeheimnisses. Dies wirft Fragen zur Kooperation mit der Puk auf und verstärkt den Eindruck von Bürokratie.
Die Kommission hat einen Berater von Farner, einer PR-Agentur für Krisenkommunikation, mandatiert, was darauf hindeutet, dass sie sich auf weiteren Druck vorbereitet. Die Öffentlichkeit bleibt skeptisch und wünscht mehr Klarheit über das Vorgehen der Puk.