Die drei erfahrenen Spieler haben in der Spätphase ihrer Karrieren auf unterschiedliche Weise Triumphe gefeiert – ihre Entscheidung für den richtigen Verein zum richtigen Zeitpunkt verbindet sie. Kürzlich sorgte Lukas Podolski, ehemaliger deutscher Nationalspieler und in Köln verehrter Kultspieler, mit dem Gewinn des polnischen Fußballpokals für Schlagzeilen. Als er die Trophäe erhob, war der Moment von Sentiment geprägt; es könnte wohl sein letzter Pokalgewinn gewesen sein. Podolski betonte immer wieder seine tiefe Verbundenheit mit der Heimat seiner Vorfahren, was glaubhaft erscheint: In Köln ist er als Geschäftsmann und Dönerbude-Besitzer beschäftigt, obwohl lukrativere Angebote für ihn bestanden hätten. Podolski zählt über 130 Länderspiele in der deutschen Nationalmannschaft mit 49 Toren.
Auch Edin Dzeko, der Bosnier, hat sich im fortgeschrittenen Alter von vierzig Jahren Schalke 04 angeschlossen, während Manuel Neuer weiterhin als herausragender Torhüter für den FC Bayern spielt. Neuer spielte eine wesentliche Rolle in der erfolgreichen Champions-League-Saison der Münchner und ist mit vierzig Jahren nach wie vor Weltklasse.
Dzekos Entscheidung, sich Schalke anzuschließen, um am Ende seiner Karriere mit dem Traditionsverein aufzusteigen, trägt einen romantischen Charakter. Beim Vertragsabschluss wurde er von den Fans gefeiert und beim ersten Training enthusiastisch empfangen. Seine Leistungen im Team trugen dazu bei, ihn schnell zu einem Schalker Idol zu machen. Dzeko, der 148-malige bosnische Nationalspieler, qualifizierte sich mit seiner Mannschaft in den Play-offs gegen Italien für die Weltmeisterschaft – ein Erfolg, der kaum weniger bedeutend ist als sein Meistertitel mit dem VfL Wolfsburg im Jahr 2009.
Dzeko, Podolski und Neuer, zwei Weltstars und ein fast erreichter Star, bringen zusammen mehr als 120 Jahre Lebens- und über 400 Länderspiele auf das Feld. Sie sind echte Veteranen, die ihren Teams noch viel bieten können. Ihr Gespür für den richtigen Zeitpunkt in ihrer Karriere zeichnet sie aus.
Die Anhänger in Schlesien schätzen Podolskis Einsatz genauso wie Dzekos bei Schalke oder Neuer beim FC Bayern. Ihre Entscheidungen unterscheiden sich von vielen anderen Altstars, die ihre Karriere im saudischen Profifußball abschließen.
Die Wertschätzung für diese Fußballsenioren ist auch eine Reaktion auf das Bedürfnis der Fans nach einem Sport, der nicht nur wirtschaftlich motiviert ist. Dennoch haben alle drei ihre Laufbahn an den jeweiligen Möglichkeiten ausgerichtet und können nun diesen letzten Abschnitt genießen.
Aktuell sorgen Bilder von Niklas Süle, der mit 30 Jahren seine Karriere beendet, für Aufmerksamkeit: Er habe Angst vor einer schweren Verletzung gehabt. Der Spott gegenüber Süle steht im Gegensatz zur Bewunderung für die Veteranen.
Ein gut inszenierter Abschied bewegt weniger als ein unvergesslicher, wie etwa Philipp Lahm, der kurz nach seinem WM-Triumph 2014 seinen Rücktritt verkündete. Zinedine Zidane hingegen verabschiedete sich mit einem Kopfstoss im WM-Final gegen Italien.