In den letzten neunzig Jahren wuchs Toyota von einem kleinen Maschinenbauunternehmen zu einer der führenden Industriefirmen weltweit. Ein Besuch in Toyota City gibt Aufschluss über diese Entwicklung. Kiichiro Toyoda präsentierte 1935 das erste Automobil des Unternehmens, das damals im Webstuhlgeschäft tätig war. Der Gründer hatte erkannt, dass Japans zukünftige Stärke auf Rädern liegen würde. Sakichi Toyoda, Kichiro’s Vater, legte den finanziellen Grundstein, indem er 1929 die Patentrechte für seine automatische Webmaschine in Großbritannien verkaufte und dafür 100.000 Pfund erhielt. Dieses Kapital ermöglichte Kiichiro Toyoda 1936 den Verkaufsstart des Toyoda AA, der den Beginn einer neunzigjährigen Automobilgeschichte markierte. Der Toyoda AA war kein bahnbrechendes Modell, sondern vielmehr ein Ausgangspunkt. Er hatte einen 3,3-Liter-Sechszylinder und lehnte sich an amerikanische Designs an – ein Zeichen dafür, dass Toyota in dieser Phase industrielle Erfahrung sammelte. Dennoch war er bedeutend als erster Schritt zur Technikverständnis und -verbesserung. Etwa 1.400 Exemplare dieses Modells wurden verkauft. 1937 wurde die Toyota Motor Corporation gegründet, deren Name in Japan acht Schriftzeichen hat – eine Glückszahl. Diese Namensgebung erscheint symbolisch für das langfristige, effiziente und zuverlässige Unternehmensdenken, das Toyota durch verschiedene Epochen hinweg prägte. Das Toyota Automobile Museum in Nagakute, zwischen Tokio und Kyoto, ist ein Ort der Entschleunigung. Seit seiner Eröffnung 1989 hat es sich dem Ziel verschrieben, die Automobilgeschichte zu erklären, ohne zu überwältigen. Die Ausstellung umfasst mehr als hundert Jahre Automobilentwicklung und bietet Einblicke in technische Fortschritte sowie Design- und Zukunftskonzepte. Mit sechs Museen in Japan betont Toyota seine Vielseitigkeit. Das Automobilmuseum nimmt eine besondere Stellung ein, indem es die Marke im Kontext der globalen Entwicklung darstellt. Der Rundgang beginnt mit dem Toyoda AA von 1936 und führt weiter zu Modellen wie dem Toyota SA und Toyopet Crown, welche in der Nachkriegszeit Japans Mobilitätsbedürfnisse widerspiegeln. Interessant sind auch die weniger bekannten Fahrzeuge, darunter winzige Kleinwagen und Dreiräder. Der 2000 GT unterstreicht Toyotas Fähigkeit, technische Meisterwerke zu schaffen. Er steht neben Designklassikern wie dem Porsche 911 oder dem Mercedes-Benz 300 SL. Toyota machte Schritte auf den europäischen Markt ab 1967 mit Modellen wie Corona und Corolla. Die nachfolgenden Jahrzehnte festigten Toyotas globale Präsenz, wobei der Corolla als meistverkauftes Auto der Welt gilt. Das Museum zeigt die Anpassungsfähigkeit von Toyotas Produkten an verschiedene Märkte. Heute ist Toyota ein globaler Mobilitätskonzern mit 70 Produktionsstandorten und rund zehn Millionen verkauften Fahrzeugen jährlich. Sein Portfolio umfasst nun auch Hybride, Brennstoffzellen- und batterieelektrische Modelle sowie Investitionen in autonome Technologien. Ein Bereich des Museums widmet sich der Entwicklung von Hybrid- und Brennstoffzellentechnik. Prius und Mirai symbolisieren jahrzehntelange Forschung, die Effizienz und Nachhaltigkeit betont. Das Museum ist mehr als eine Ausstellung – es reflektiert Japans industriellen Aufstieg und Toyotas konsequente Planung. Für Interessierte gibt es in Köln-Marsdorf mit der Toyota Collection eine bedeutende Sammlung außerhalb Japans.