Crans-Montana, 28.03.2026 – 09:53
Die Rückkehr der Kälte hat die Walliser Obstbauern besonders aufmerksam gemacht, insbesondere die Nacht von Freitag auf Samstag. Besonders besorgt sind sie um den Aprikosenbaum, da dieser als am anfälligsten für Frost gilt.
Jean-Noël Devènes, ein Bauern aus Baar in Nendaz VS, berichtete gegenüber Keystone-SDA: «Gegen 23:00 Uhr begannen wir mit dem Anzünden der ersten Kerzen. Die Kälte kam böse und schneidend aus den Tälern herauf und war schwierig zu bewältigen, da Luftströmungen die Wärme verpuffen ließen.» Zwischen 400 und 450 Kerzen pro Hektar wurden angezündet, wobei Devènes die gesamte Nacht über auf zwei seiner sechs Hektar Aprikosenplantagen arbeitete. «Unsere Priorität waren die kritischsten Bereiche, wo die Blüte vorbei ist und die Früchte besonders kälteempfindlich sind.» Dort konnte die Temperatur auf 0 bis 1 Grad gehalten werden, während sie ohne Kerzen bei -4 Grad lag.
Ob es sich gelohnt hat, wird Devènes am Sonntag klären können. Normalerweise setzen Obstbauern solche Schutzmaßnahmen eher Mitte April ein. «Dieses Jahr war die Blüte jedoch auf manchen Feldern ungewöhnlich früh. Es gilt nun, den gesamten April und Mai zu überstehen», sagte er. Die Kosten für eine einzige Frostschuttnacht liegen pro Hektar bei etwa 6000 Franken – ein enormer Betrag.
Olivier Borgeat, Generalsekretär der IFELV, bestätigte, dass die Situation für Aprikosenbäume heikel sei. Die Blüte begann zwölf Tage früher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. «Solche Fälle sind nicht ungewöhnlich, doch die Saison beginnt immer früher», erklärte Borgeat gegenüber Keystone-SDA.
In den Anfangsstadien der Blüte sind Aprikosen besonders frostempfindlich. Vor diesem Hintergrund war die Nacht aufmerksam beobachtet worden, da Kälteeinbruch mit klarem Himmel zu erwarten war. Andere Obstsorten gelten aktuell als weniger anfällig.
Die Hauptstrategie gegen Frost ist das Besprühen der Bäume mit Grundwasser, um eine schützende Eisschicht ähnlich einem Iglu um die Knospen zu bilden. An den Hängen setzen Bauern vor allem auf Kerzen unter den Bäumen, da Bewässerung durch Sprühen das Risiko von Bodenerosion erhöht, wie Borgeat erklärte.