Mathias Reynard, der Walliser Regierungspräsident, äußerte gestern Mittwoch gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS), dass er noch immer fast täglich mit den Familien der Opfer in Kontakt steht. Auch drei Monate nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana sieht Reynard es als seine Aufgabe an, diese zu begleiten und ihnen durch sein Team jede mögliche Unterstützung zukommen zu lassen.
Reynard war bereits am Anfang des Unglücks vor Ort. Als Repräsentant der Kantonsregierung und damit der Behörden allgemein, machte er in den Augen der Öffentlichkeit einen positiven Eindruck, was besonders bemerkenswert ist angesichts der umfassenden Kritik.
Die Tragödie habe ihn ebenfalls geprägt, so Reynard, jedoch sei sein Erleben nicht mit dem zu vergleichen, was die Familien der Opfer durchmachen. Der Unterstützungsbedarf für die Brandopfer und deren Angehörige ist nach wie vor groß, etwa um langfristige Pflege- und medizinische Versorgungskosten zu decken oder denjenigen Familien zu helfen, bei denen verletzte Kinder betreut werden müssen, was Einkommenseinbußen zur Folge hat.
Reynard ist überzeugt, dass alle notwendigen Anstrengungen unternommen wurden, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden: «Ich glaube, wir erfüllen unsere Aufgabe. Jedenfalls tun wir das Maximum dafür.» Auch die Familien der 41 Todesopfer benötigten nachhaltige Unterstützung, betonte der Politiker und ergänzte: «Wir dürfen sie nicht vergessen. Wir müssen langfristig an ihrer Seite sein.”
Der Regierungspräsident erwähnte auch kurzfristige Finanzhilfen vonseiten des Kantons Wallis und des Bundes zur Deckung der Bestattungs- und Gesundheitskosten. Langfristige Unterstützung erfolge über das Opferhilfegesetz sowie eine Stiftung, die allen Opfern zugutekommt.
Die internationale Solidarität bei der Versorgung der Verletzten unterstrich Reynard ebenfalls als wesentlich. Von den 38 noch immer hospitalisierten Personen werden 21 im Ausland behandelt, darunter sechs Schweizer Staatsbürgerinnen und -bürger.
Auf die laufende Strafuntersuchung zur Brandkatastrophe angesprochen, betonte Reynard: «Wenn der Kanton eines Tages zur Verantwortung gezogen werden sollte, wird er seine Verantwortung übernehmen müssen. Die Justiz muss ihre Arbeit in völliger Unabhängigkeit tun, und alle diejenigen, die eine Verantwortung haben, müssen sie übernehmen.”
RTS, 19h30, 1.4.2026, 19:30 Uhr;weds