Das Konzert von Metallica im Letzigrund am Ende Mai ist ein seltenes Highlight, denn es ist ihr einziger Auftritt in der Schweiz auf dieser Tournee. Dies zeigt, dass selbst eine Ikone wie Metallica nicht immer in Zürich spielen wird. Die Gründe dafür liegen in den begrenzten Kapazitäten der Schweizer Arenen und Stadien im Vergleich zu internationalen Konkurrenzstädten.
Im Rahmen eines Kongresses in Andermatt diskutierten Veranstalter und Hallenbetreiber über diese Herausforderung. Philipp Musshafen, CEO des Hallenstadions, betont: „Die Kapazität wird wichtiger, und da kann die Schweiz nicht mehr mithalten.“ Dies spiegelt sich darin wider, dass Künstler wie Bad Bunny in Mailand oder Foo Fighters in München auftreten, während Céline Dion und Ariana Grande zehn Abende in Paris bzw. London spielen.
André Béchir, ein führender Akteur der Schweizer Konzertszene, kritisiert das lautstark: „Wenn die Schweiz als Ort für Großveranstaltungen bestehen will, muss sie planen. Eine Halle entsteht erst in zwanzig Jahren.“ Er hat mit Stars wie Bruce Springsteen und Taylor Swift gearbeitet, aber auch deren Auftritte wegen unzureichender Infrastruktur abgesagt.
Béchir fordert eine multifunktionale Grossarena, ähnlich denen in München oder Wien. „Keine bestehende Halle erfüllt die Kriterien“, sagt er und verweist auf die Notwendigkeit von mindestens 20.000 Plätzen, guter Anbindung und einem umfassenden Gastronomieangebot.
Trotzdem gibt es Bedenken, ob der Schweizer Markt genug Zuschauer aus dem Ausland anziehen kann. Musshafen sieht eine Lösung im Preis: „Die Schweiz hat verpasst, Ticketpreise für internationale Künstler anzupassen.“ Nach der Pandemie sind die Preise in anderen Ländern gestiegen, nicht jedoch hier.
Musshafen hebt hervor, dass sich bei höheren Preisen auch mehr Kapazität kompensieren lässt: „Ein Künstler muss genauso viel verdienen wie in Paris.“ In der Schweiz ist dies derzeit kaum möglich. Mit diesen Herausforderungen ringt die Branche weiter um Lösungen.