In Spanien wurde eine zweite Frau identifiziert, die verdächtig ist, sich mit dem Andes-Hantavirus infiziert zu haben. Sie befindet sich derzeit in Quarantäne und war auf derselben KLM-Maschine wie die später verstorbene Niederländerin unterwegs, die das Kreuzfahrtschiff Hondius Ende April verlassen hatte. Der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, traf in Spanien ein und wird von Ministerpräsident Pedro Sánchez zu einem Gespräch über den Hantavirus-Ausbruch auf Teneriffa empfangen. Anschließend reisen er zusammen mit spanischen Ministern nach Teneriffa, um die Ausschiffung der Passagiere zu koordinieren.
Am Freitag wurde bereits eine Frau in Alicante isoliert, weil sie ähnliche Symptome zeigte und im selben Flugzeug war. Die Ergebnisse der PCR-Tests bei beiden Frauen stehen noch aus. Die verstorbene Niederländerin hatte ihre Kreuzfahrt abgebrochen nach dem Tod ihres Mannes an Bord. Sie versuchte, von Südafrika zurückzukehren, wurde aber vor dem Start aufgrund ihres Gesundheitszustands aus der Maschine geholt und verstarb kurz darauf im Krankenhaus.
Eine KLM-Stewardess des Fluges wurde wieder entlassen; sie ist nicht infiziert. Das Hantavirus kann laut WHO unter bestimmten Umständen von Mensch zu Mensch übertragen werden, wobei Symptome erst bis zu sechs Wochen nach der Infektion auftreten können. Ghebreyesus versuchte, die Teneriffa-Bewohner zu beruhigen, obwohl die WHO den Ausbruch als ernst, aber nicht pandemisch ansieht.
Eine Frau in Florenz befindet sich ebenfalls in Quarantäne nach ihrer Rückkehr von demselben Flug. Die italienischen Gesundheitsbehörden überprüfen aktuell ihre Infektionsgefahr. Das Kreuzfahrtschiff Hondius wird voraussichtlich am Sonntagmorgen im Hafen von Granadilla eintreffen, wobei die Ankunftsplanungen unter anderem von der WHO und den spanischen Behörden übernommen werden.
Der Betreiber Oceanwide Expeditions bestätigte, dass bislang keine Symptome an Bord vorliegen. Nach dem Anlegen in Teneriffa werden medizinische Maßnahmen und die Rückreise der Passagiere von den zuständigen Behörden organisiert, während Oceanwide Expeditions nicht mehr involviert ist.