Bis Montagmorgen hatte die afrikanische Gesundheitsbehörde 513 Verdachtsfälle und 131 Todesfälle im Zusammenhang mit einer seltenen Variante des Ebolavirus, dem Bundibugyo-Virus, gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte am 16. Mai eine internationale Gesundheitsnotlage, um die Alarmbereitschaft zu erhöhen und die Eindämmung der Krankheit zu verbessern.
Das Virus grassiert in Kongo-Kinshasa bereits seit einigen Wochen und hat sich auf das benachbarte Uganda ausgebreitet. Das kongolesische Gesundheitsministerium bestätigte am 19. Mai, dass 513 Verdachtsfälle und 131 vermutete Todesfälle registriert wurden, wobei weitere Labortests notwendig sind, um die Zahlen zu bestätigen.
Das Bundibugyo-Virus hat eine mittlere Case-Fatality-Rate von etwa 30 Prozent. Im Gegensatz dazu verursachte das besonders gefährliche Zaire-Ebolavirus während der Epidemie 2014/15 in Westafrika, wo zwei Drittel der Infizierten starben.
Das Ebolavirus wurde erstmals 1976 bei Ausbrüchen im Sudan und Kongo-Kinshasa identifiziert. Die Krankheit beginnt unspezifisch mit Symptomen wie Fieber und Müdigkeit, gefolgt von schweren Komplikationen.
Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder kontaminierten Gegenständen. Eine Übertragung über Aerosole ist bislang nicht bekannt. Die Infektionsgefahr in Haushalten liegt bei 38 Prozent, verglichen mit 13 bis 32 Prozent für Grippe.
Die Impfung gegen Ebolaviren schützt nur vor dem Zaire-Ebolavirus, während es noch keine spezifische Behandlung oder Impfung gegen das Bundibugyo-Virus gibt. Es stehen lediglich symptomatische Maßnahmen zur Verfügung.
Ebola ist eine Zoonose, die sich zunächst durch Tierkontakt auf Menschen überträgt. Der Mensch dient dabei eher als Zwischenwirt. Flughunde gelten als Hauptverdächtige für das natürliche Reservoir des Virus.
Prinzipiell besteht ein Risiko, dass infizierte Personen während der Inkubationszeit in andere Länder reisen könnten. Sollte dies geschehen, wäre eine schnelle Isolierung möglich. Frühere Ausbrüche zeigten, dass nur wenige Menschen durch Reisen angesteckt wurden.
Ebolaviren werden nicht als Pandemieviren eingestuft, da sie nicht luftübertragbar sind und Infizierte erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium ansteckend werden. Eine genetische Veränderung hin zu einer Luftansteckung gilt als unwahrscheinlich.
In Afrika treten regelmäßig Ebola-Ausbrüche auf, vor allem in Zentral- und Ostafrika. Kongo-Kinshasa meldete 2019 bereits den 16. Ausbruch seit 1976.