Ein mutmaßlich derselbe Wolf, der im Herbst im Knonauer Amt mehrere Schafe angriff, wurde kürzlich in Siedlungsnähe am linken Ufer des Zürichsees gesichtet. Der Kanton lässt den Einzelgänger vorerst gewähren.
Bei einem Berufsverkehrsstau auf der Autobahn 3 bei Horgen wurde ein Tier beobachtet, das einen grauweißen Rücken und eine buschige Schwanzspitze hatte. Ein Foto des Vorfalls zeigt Ähnlichkeiten mit dem Raubtier, das Anfang November in Hausen am Albis Schafe angriff. Die kantonale Jagdverwaltung nahm damals an, dass ein Wolf die Tiere attackierte und ignorierte den Aufruf des Zürcher Bauernverbands, diesen zu erschießen.
Die Behörde bestätigte die Beobachtung in Horgen und übermittelte das Foto zur Analyse an die Stiftung KORA für Raubtierökologie. Die Spezialisten sind sich jedoch sicher, dass es sich um einen Hund handelte. Dennoch bleibt die Region nicht verschont: Am Wochenende wurden zwei weitere vertrauenswürdige Wolfsbeobachtungen gemeldet.
Landwirte im Raum Zimmerberg – Hirzel – Horgen erhielten Warnhinweise über eine App des kantonalen Landwirtschaftszentrums. Sie werden aufgefordert, Schutzmaßnahmen für ihre Herden zu verstärken, wie etwa den Einsatz von Zäunen mit einer Höhe von mindestens 90 Zentimeter.
Für Entschädigungen im Falle eines Wolfsangriffs müssen Landwirte solche Maßnahmen umsetzen. Hans-Rudolf Trottmann in Mettmenstetten, dessen Schafherde bereits angegriffen wurde, betont: “Aber wenn der Wolf will, springt er halt drüber.” Die Jagdverwaltung vermutet den gleichen Wolfsangriff im Knonauer Amt, Hausen und Horgen. Abschussbewilligungen sind möglich, sollten die Herdenschutzmaßnahmen eingehalten werden und der Wolf mehrere Tiere innerhalb kürzester Zeit tötet.
Landwirte in der Region Zimmerberg – Knonauer Amt werden erneut aufgerufen, ihre Herden zu schützen. Sollte es weitere Angriffe geben, könnte dies das Ende des Wolfs bedeuten – eine Abschussbewilligung ist bereits vorbereitet.