In der Swiss-Life-Arena sind die ZSC Lions in dieser Saison im Play-off nahezu unbesiegbar und haben die Halbfinalserie gegen Davos ausgeglichen. Vor genau 45 Jahren beendete Andy Murray, ein ehemaliger Trainer des ZSC, mit einem cleveren Trick eine ähnliche Serie von Erfolgen.
Das Phänomen des Heimvorteils ist bekannt und wird oft als sich selbst erfüllende Prophezeiung gesehen. Oft haben Gastgeber kreative Methoden angewendet, um es zu verstärken: So hieß die Gästegarderobe am College von Alabama “The Fail Room”, während in Iowa die Umkleidekabine der Gegner 1979 pink gestrichen wurde, um deren Aggressivität zu mindern. Solche Anekdoten über mysteriöse Vorfälle mit Heizungen oder Klimaanlagen bei Auswärtsteams sind zahlreich.
Diese Tradition ist nicht nur in Amerika verbreitet: Als der HC Sierre 2019 gegen Valais-Chablais um den Aufstieg in die Swiss League spielte, beklagten sich die Gäste über kalte Duschen und fehlendes Toilettenpapier. Sierre gewann letztlich die Serie. Heute führt das von Chris McSorley trainierte Team mit 3:1 gegen La Chaux-de-Fonds in der Play-off-Finalserie.
Die ZSC Lions hingegen haben zu Hause bereits den 19. Sieg in Folge im Play-off errungen, eine Serie ohne historisches Vorbild. Diese Erfolgssträhne wirft die Frage auf: Was macht diesen Ort so unverwundbar? Derek Grant, der kanadische Center des ZSC, ist selbst überrascht von dieser Serie und glaubt, dass es mit dem Teamgeist und einer Kultur des Siegeswillens zu tun hat.
Die Erfolge führten bereits 2024 und 2025 zum Meistertitel. Im letzten Jahr starteten sie mit einem Heimsieg gegen Lausanne stark in die Serie. Nach ihrem jüngsten Erfolg lobte Trainer Marco Bayer das Team und betonte, dass die Stärken von Davos bekannt seien, ohne sie jedoch öffentlich zu machen.
Die kurze Distanz zwischen Davos und Zürich könnte eine kreative Lösung erfordern, ähnlich der eines alten Bekannten: Andy Murray. Als Trainer des EHC Kloten wandelte er ein Auswärtsspiel im Hallenstadion zu einem Heimspiel um, indem die Mannschaft vor Ort blieb und gewann.
Auch heute bleibt der ZSC kreativ, selbst wenn es nicht direkt hilft: Davos reiste aus Furcht vor Verkehrsbehinderungen früher an, doch solange der Rekordmeister seine Heimserie verteidigt, bleibt dies ein sekundäres Problem.