Joe Dante, der Regisseur des anarchischen Publikumserfolges «Gremlins», wird vom Zürcher Filmpodium mit einer umfassenden Retrospektive gefeiert. In einem Gespräch spricht Dante über seine Liebe zum Kino und teilt Anekdoten über Riesenspinnen, Remakes sowie Roger Corman. Dante, der in seiner Haltung Martin Scorsese ähnelt, ist für sein subversives Schaffen bekannt. Die Retrospektive trägt den bezeichnenden Titel «Subversion frisst Mainstream».
Kürzlich vor seinem Aufenthalt in Zürich gab Dante Einblicke in ein Hotelinterview über seine Karriere und seinen unvergleichlichen Beitrag zum Film. Er meinte scherzhaft, sollte er morgen tragisch verunglücken, würde die Schlagzeile lauten: «Gremlins-Regisseur bei Unfall gestorben», was ihm genüge.
Der 1984 erschienene «Gremlins» über das Wesen Gizmo und dessen chaotisches Potenzial nach Missachtung von drei Regeln war ein Wendepunkt in Dantes Laufbahn. Produziert mit einem Budget von 11 Millionen Dollar, startete der Film parallel zu «Ghostbusters». Er erntete Lob für seinen originellen Umgang mit Popkultur und wurde als «E.T. mit Zähnen» beschrieben.
Obwohl ein Sequel sechs Jahre später kam, das Dante selbst als unnötig ansah, nahm er die Herausforderung an, es durch einen ironischen Ansatz zu gestalten. In «Gremlins 2» (1990) setzte er auf Zitate und Selbstironie, doch der Film wurde kein großer Erfolg.
Joe Dante, 1946 in New Jersey geboren, wollte ursprünglich Comiczeichner werden, fand aber über Jon Davison den Weg zum Film. Gemeinsam erstellten sie «The Movie Orgy», einen innovativen Film vor dem Zeitalter von YouTube. Corman, bekannt als effizienter Produzent und scharfer Marktkenner, beeinflusste Dante maßgeblich.
Dante erläutert seine Faszination für Gruselgeschichten, die bereits in Kindheitstagen begannen, wie bei «Tarantula» (1955). Er betont, dass ein guter Horrorfilm über Angst hinausgehen und Humor integrieren muss.
Für Fans lohnt sich das Filmpodium mit Werken wie «Matinee» oder «The Howling». Dante äußert seine Skepsis gegenüber Remakes, obwohl er anerkennt, dass viele Meisterwerke Nacherzählungen sind. Er sieht keinen Bedarf für einen weiteren «Howling»-Film und nimmt auch nicht am geplanten dritten «Gremlins»-Film teil.
Dante äußert Besorgnis über die Zukunft des Kinos, das von der Konkurrenz um Aufmerksamkeit bedroht ist. Er bemüht sich gegen das Vergessen anzukämpfen und fördert die Wertschätzung für Filmgeschichte durch seine Website «Trailers from Hell».
Joe Dante: Subversion frisst Mainstream läuft bis zum 15. Mai im Filmpodium Zürich.