Am frühen Montagabend kam es in Leipzigs Innenstadt zu einer verheerenden Tat: Ein Auto raste in eine belebte Fußgängerzone, wobei der Fahrzeugführer mehrere Menschen erfasste. Die Polizei konnte den Verdächtigen kurz darauf festnehmen. Nach Angaben der Behörden handelt es sich um einen Mordfall und wird als “Amoktat” eingestuft.
Die Opfer: Vor den Medien berichtete Oberbürgermeister Burkhard Jung von zwei Toten, darunter eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann, beide Deutsche. Zudem wurden drei Personen schwer verletzt. Die Polizei sprach von etwa 80 Betroffenen; die genaue Anzahl der Verletzten war zunächst unklar.
Der Tatverdächtige: Ein 33-jähriger Deutscher wurde festgenommen, über den bereits polizeiliche Daten vorlagen, jedoch nicht im einschlägigen Bereich. Sachsens Innenminister Armin Schuster äußerte die Vermutung eines Einzeltäters. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes und sieht eine Amoktat als wahrscheinlich an; der Verdächtige soll heute vor dem Haftrichter erscheinen. Politische oder religiöse Motive werden von der Polizei nicht vermutet.
Der Tathergang: Der Verdächtige fuhr mit einem weißen Auto vom Augustusplatz über den Marktplatz und die Grimmaische Straße, bevor er dort Menschen anfuhr. Die Festnahme erfolgte ohne Widerstand. Es gibt keine Hinweise auf weitere Täter.
Die Reaktionen: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer äußerte sich erschüttert und versicherte eine schnelle Aufklärung. Oberbürgermeister Jung beschrieb die Situation als “fürchterliche Tragödie”, während in der Innenstadt eine gedrückte Stimmung herrschte.
Die Lage vor Ort: Nach dem Vorfall waren zahlreiche Einsatzkräfte und Blaulichter am Leipziger Marktplatz zu sehen. Viele Geschäfte schlossen frühzeitig, das Gebiet wurde abgesperrt. Eine Betreuungsstelle wurde für Betroffene eingerichtet; die Spuren sichert die Polizei bis zum späten Dienstagabend.
Der Tag danach: In der Nikolaikirche und Thomaskirche können Menschen am Dienstag den Opfern gedenken. Um 17 Uhr ist eine ökumenische Gedenkandacht geplant, wie Superintendent Sebastian Feydt mitteilte. Beide Kirchen bieten Raum zum Trauern und Seelsorge an und sind ganztägig zugänglich.