Die zypriotische Tourismusindustrie steht vor Herausforderungen, nachdem eine iranische Drohne einen britischen Stützpunkt traf und Tausende von Reisenden ihre Pläne änderten. Frühlingsgäste sind für Zypern wichtiger als die sommerlichen Partytouristen. Trotz eines reichen Angebots an Attraktionen wie der Blauen Lagune und spektakulären Klippen bleibt das Geschäft schwach, wie eine Reiseführerin aus Larnaka berichtet: “Dieses Jahr bin ich mit zwanzig Gästen zufrieden.” Der Iran-Krieg führte zu einem Einbruch von 30,7 % der Touristen im März. Die Regierung sieht nun im anstehenden EU-Gipfel eine Chance, um die Sicherheit des Landes zu betonen.
Die Probleme begannen am 2. März mit dem Absturz einer Drohne auf RAF Akrotiri. Obwohl der Schaden gering war, fühlten sich viele Reisende unsicher und wählten alternative Destinationen aus. Christos Asprou von der zypriotischen Reisebranche erinnert sich an die Unsicherheit, als Freunde ihn in Berlin nach seiner Familie fragten. Fluggesellschaften reduzierten aufgrund gestiegener Kerosinpreise ihre Routen, was EU-Ministertreffen beeinträchtigte.
Der Tourismusminister Kostas Koumis hofft, dass der EU-Gipfel die Sicherheit Zyperns unterstreicht. Mit 15 % Wirtschaftsleistung und fast 70.000 Arbeitsplätzen ist die Branche lebenswichtig. Der Einbruch bei britischen und israelischen Touristen ist spürbar, während einige Märkte wie Österreich leicht zulegen.
Die Tourismusindustrie plant Werbekampagnen und Rabatte zur Belebung des Sektors. Die Konkurrenz zu Massentourismusdestinationen bleibt jedoch eine Herausforderung. Touristen wie Ami Yuasa aus Paris empfinden die Ruhe auf der Insel positiv.
Obwohl Zypern an seine Kapazitätsgrenzen stößt, sieht Asprou keine Gefahr durch Über-Tourismus: Die Bevölkerung begrüßt Besucher herzlich. Der EU-Gipfel könnte ein Wendepunkt sein, um das Image des Landes als sichere Destination zu festigen.