Die anhaltende Krise um die Blockade der Meerenge von Hormus führt zu Flugabsagen und einem Anstieg der Ticketkosten. Die globale Luftfahrtbranche leidet unter Treibstoffknappheit, wie SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim erläutert. Seit Beginn des Konflikts haben einige Airlines ihr Angebot reduziert; Edelweiss hat beispielsweise Flüge nach Denver und Seattle gestrichen. Trotz verfügbarer Kerosinreserven verteuern sich die Preise aufgrund der eingeschränkten Nachschubmöglichkeiten.
Airlines stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Sie könnten zwar die Ticketpreise erhöhen, um höhere Treibstoffkosten auszugleichen, riskieren dabei jedoch den Verlust von Kunden durch das Konkurrenzverhalten. Deshalb haben viele Airlines bislang auf Preiserhöhungen verzichtet.
Fluggesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, ihre Passagiere bei Ausfällen anderweitig zu transportieren oder zu entschädigen. Schwieriger wird es für kleinere und finanziell angespannte Airlines, die durch rapide steigende Treibstoffpreise in Schieflage geraten könnten.
Über die verbleibenden Kerosinvorräte in Europa herrscht noch Unklarheit; Regierungen arbeiten jedoch daran, sich ein genaues Bild zu verschaffen. Die Schweiz verfügt über Reserven, die bis zu drei Monate reichen könnten.
Die Herstellung von Kerosin erfolgt hauptsächlich in der Golfregion, den USA und Europa. Nach dem Tankvorgang wird das Kerosin mit Leitungen zum Flughafen transportiert.
Selbst nach einer Konfliktlösung könnte es Monate dauern, bis sich die Versorgung normalisiert, da beschädigte Raffinerien im Nahen Osten repariert werden müssen. Die Experten schätzen, dass dies Jahre in Anspruch nehmen kann.