Durch den bemerkenswerten Aufstieg des FC Thun, Doppelmandate in der Thuner Exekutive und das Swiss Football Home zieht Thun selten so viel Aufmerksamkeit auf sich wie gegenwärtig; die Stadt scheint plötzlich im Fokus zu stehen.
Hansueli von Allmen, ein langjähriger Politiker und ehemaliger Stadtpräsident Thuns, betrachtet die jüngsten Ereignisse um seine Heimatstadt gelassen. Fast vier Jahrzehnte war er politisch aktiv, zwei davon als Stadtoberhaupt.
Der 80-Jährige äußert sich begeistert über den FC Thun: Besondere Momente teilt er mit, darunter der erstmalige Aufstieg in die höchste Liga nach 47 Jahren. Er betont, rechtzeitig zum entscheidenden Spiel gekommen zu sein, als das 1:0 fiel – ein Umstand, der ihm von dem damaligen Trainer Hanspeter Latour hoch angerechnet werde.
In seiner Amtszeit erlebte er zudem die Blütezeit der Champions-League-Spiele. Während diese im Berner Wankdorfstadion ausgetragen wurden, musste sich Thun mit Hochwasser auseinandersetzen. Als Stadtpräsident hatte von Allmen damals in beiden Fällen die Medienverantwortung.
Ob der FC Thun nun den ersten Meistertitel erringen könnte? Von Allmen ist optimistisch: “Weil andere ja auch nicht ständig gewinnen”, so seine Überzeugung. Er erinnert sich an eine Zeit, als der Verein Vizemeister wurde und er für das Swiss Economic Forum den Pokal auf die Bühne brachte – im Trikot von Thun.
Nicht nur der Fussballverein macht Schlagzeilen. Die Wahl des aktuellen Stadtpräsidenten Raphael Lanz in die Berner Kantonsregierung, zusammen mit anderen Mitgliedern der Exekutive ins Kantonsparlament, löste Debatten über Doppelmandate aus.
Von Allmen kennt diese Situation aus eigener Erfahrung: Er war sowohl Thuner Gemeinderat als auch Kantonsparlamentarier und später Stadtpräsident sowie Nationalrat. “Das war an der Grenze des Zumutbaren”, erinnert er sich, besonders wenn man beide Ämter ernsthaft ausfüllen wollte.
Für ihn lag die Priorität stets beim Exekutivamt in Thun. Nach den Parlamentssitzungen in Bern fuhr er direkt nach Hause: “Am Abend arbeitete ich im Rathaus weiter, statt Kontakte zu knüpfen”, sagt der 80-Jährige.
Trotz der Herausforderungen sieht von Allmen auch Vorteile: Seine Beziehungen halfen etwa bei Problemen auf dem Thuner Militärplatz. Als engagierter Thuner blickt er gelassen auf die jüngsten Entwicklungen in seiner Heimatstadt.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 15.4.2026, 17:30 Uhr