In den 1970er Jahren machte ein Schönheitswettbewerb Cynthia Shange bekannt, die später zur prägenden Figur der südafrikanischen Kulturindustrie wurde. Nun ist sie im Alter von 76 Jahren verstorben.
Als schwarze Südafrikanerin war Shange zu einer Zeit, als Apartheid herrschte und Schwarze kaum Rechte hatten, eine Wegbereiterin. In den frühen 1970er Jahren durften nur weiße Frauen an der Miss South Africa-Wahl teilnehmen. Cynthia Shange setzte sich jedoch mit anderen schwarzen Südafrikanerinnen durch und gewann einen parallel organisierten Wettbewerb.
Im Jahr 1972 reiste sie als eine von zwei Miss-South-Africa-Gewinnerinnen nach London zur Miss World Wahl. Obwohl ihre Platzierung umstritten bleibt – südafrikanische Medienberichte nennen den fünften Platz, während die offizielle Website dies der finnischen Teilnehmerin zuschreibt – war Shanges Teilnahme von großer Bedeutung: Sie war eine der ersten schwarzen Südafrikanerinnen auf einer internationalen Bühne.
1949 in Lamontville geboren, einem Township für die nichtweiße Bevölkerung im Osten des Landes, trat sie nach ihrer Rückkehr aus London in Filmen und Serien auf. Ihre Rolle im Film “Udeliwe” von 1975 markierte einen Meilenstein: Es war der erste Kinofilm Südafrikas, inszeniert von einem schwarzen Regisseur.
In den folgenden Jahren wirkte Shange unter anderem in “Shaka Zulu” und ab 1997 in “Muvhango” mit. Trotz gesundheitlicher Herausforderungen durch Diabetes blieb sie aktiv. Nach einer fast tödlichen Komplikation, die das Verlieren eines Beins drohte, überwand sie dennoch und bewahrte fünf Zehen.
Nach ihrem Tod am Montagmorgen im Alter von 76 Jahren ehrten viele Südafrikanerinnen und Südafrikaner ihren Mut. Die Regierung würdigte sie als eine Frau, die Grenzen überschritt und Barrieren überwand.