Die Auswirkungen von Plattformen wie Instagram und TikTok auf Jugendliche sind ein wachsendes Anliegen. In der Schweiz fordert Unternehmer Guido Fluri über eine Initiative mehr Schutz im digitalen Raum und die Verantwortlichkeit der Techkonzerne. In den USA könnte es bald Gerichtsentscheidungen darüber geben, ob Plattformen für psychische Probleme unter Jugendlichen haftbar gemacht werden können. Kläger behaupten, dass soziale Netzwerke absichtlich so gestaltet sind, um Jugendliche zu schädigen und süchtig zu machen. Interne Dokumente und Zeugenaussagen von Whistleblowern, die in Gerichtsverfahren an die Öffentlichkeit gelangten, unterstützen diese Behauptungen. Diese zeigen, dass Mitarbeiter der Tech-Firmen Risiken für die psychische Gesundheit junger Nutzer erkannten und Lösungsmöglichkeiten entwickelten, die jedoch kaum umgesetzt wurden. Wir haben Meta und Snap zu den Vorwürfen befragt, aber nur von TikTok eine Stellungnahme erhalten. Einen besonderen Einfluss auf Jugendliche haben sogenannte Storys, welche nach 24 Stunden verschwinden und bei einigen Nutzern Angst vor dem Verpassen erzeugen. Eine Möglichkeit zur Minderung dieses Drucks wäre die Anpassung der Löschfristen oder sogar deren Abschaffung für junge Nutzer. Auf Snapchat etwa fördert das Streak-Feature tägliches Engagement, was zu kreativen Umgehungsmethoden von Teenagern führt. CEO Evan Spiegel erkannte dieses Problem und erwog, die Funktion einzustellen, entschied sich jedoch dagegen – stattdessen wird nun eine Gebühr für die Wiederherstellung eines Streaks erhoben. Belohnungen könnten auch genutzt werden, um positive Verhaltensweisen zu fördern. So könnte man Anreize für digitale Abstinenz oder kurzes App-Engagement setzen. Die Schlafgewohnheiten von Jugendlichen leiden unter der ständigen Verfügbarkeit ihrer Geräte – ein Problem, das durch die Abschaltung von Benachrichtigungen in der Nacht gemildert werden könnte. In China ist eine Nachtsperre für TikTok-Nutzer eingeführt worden. In anderen Ländern könnten Eltern ähnliche Kontrollmöglichkeiten über Nutzungszeiten ihrer Kinder erhalten. Bisher zeigen Untersuchungen, dass solche Maßnahmen nur wenig Einfluss auf die Nutzung haben. Eine weitere Idee wäre es, alle Eltern zu verpflichten, die Profile ihrer Kinder freizugeben und im Prozess für mögliche Risiken zu sensibilisieren. Instagrams „Project Daisy“ zeigte positive Effekte durch das Verbergen von Like-Zahlen, wurde jedoch wegen negativer Auswirkungen auf Werbeeinnahmen nicht umgesetzt. Algorithmen können Jugendliche in gefährliche Filterblasen führen. Ein internes Projekt bei Meta entwickelte eine KI zur Erkennung abwertender Inhalte, das jedoch gestoppt wurde. Snapchat fördert die Standortfreigabe, trotz bekannter Risiken wie Belästigung. Douyin hat für Jugendliche Pausen nach intensivem Scrollen eingeführt; Tiktok hingegen verlangt lediglich nach einem Code nach längerer Nutzungsdauer. Eine bewusste Entscheidung beim Konsum könnte durch das Deaktivieren von Autoplay erreicht werden, wie es bei YouTube für Jugendliche geschieht. Cybergrooming bleibt ein Problem auf Plattformen wie Instagram, wo jugendliche Nutzer oft mit Erwachsenen in Kontakt kommen. Beschränkungen wurden eingeführt, doch Lücken bestehen weiterhin. Die effektive Alterskontrolle ist entscheidend für den Schutz Minderjähriger. {