Kevin Warsh könnte zum neuen Chef der amerikanischen Notenbank ernannt werden, doch seine Bestätigung durch den Bankenausschuss des Senats bleibt ungewiss. Dieser könnte aufgrund einer Strafuntersuchung gegen das Fed blockieren. Präsident Donald Trump nominierte Warsh im Januar als Nachfolger von Jerome Powell, dessen Amtszeit am 15. Mai endet.
Warsh brachte mit seiner Erfahrung in der Finanzbranche und seinem Gouverneursratssitz von 2006 bis 2011 Hoffnung auf eine unabhängige geldpolitische Führung. Die politischen Spannungen zwischen dem Weißen Haus und dem Fed könnten jedoch sein Bestätigungsprozess beeinträchtigen, da republikanischer Senator Thom Tillis und Demokraten fordern, die Strafuntersuchung gegen Powell zu beenden.
Trump hat in der Vergangenheit seine Absicht bekundet, Powell bei einer Verlängerung seiner Amtszeit abzusetzen. Warsh muss nun vor dem Senat beweisen, dass er unabhängig von Trump entscheiden wird, was insbesondere wichtig ist wegen Trumps Forderungen nach niedrigeren Leitzinsen.
In seiner Rede betonte Warsh die Notwendigkeit eines reformorientierten und disziplinierten Fed zur Sicherung der Glaubwürdigkeit. Er sieht die Unabhängigkeit des Fed durch Eingriffe in fiskal- oder sozialpolitische Fragen gefährdet.
Demokraten kritisieren Warsh als Marionette Trumps, während republikanische Senatoren seine Erfahrung loben. Elizabeth Warren bezeichnete ihn als „Trump-Sockenpuppe“ und warnte vor persönlichen Interessenkonflikten durch seine finanziellen Beteiligungen, die er verkaufen müsste, sollte er Fed-Chef werden.
Es bleibt abzuwarten, wann der Senatsausschuss entscheidet, ob Warshs Nominierung zur gesamten Kammer weitergeleitet wird.