Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte einen umfassenden Triumph über den Hizbullah versprochen, doch die tatsächlichen Entwicklungen widersprechen dieser Vorstellung. Israel ist in einer Sackgasse im Südlibanon gefangen. Im Podcast «NZZ Geopolitik» beleuchtet der erfahrene Nahost-Korrespondent Richard C. Schneider Israels problematische Vorgehensweise.
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Die widersprüchlichen Auftritte von Netanyahu – mal als Feldkommandeur an der Front, dann wieder als bedächtiger Staatsmann vor einer Landkarte – verdeutlichen nach Einschätzung des Nahost-Experten Richard C. Schneider ein fundamentales Dilemma. Israel hat sich in einen Konflikt verstrickt, dessen Ziele von Anfang an schwer zu erreichen waren. Ein entscheidender Moment war die Einmischung seines «lieben Freundes» Donald Trump, der Israels Militäraktion abrupt beendete, indem er eine Nachricht auf Truth Social schickte.
Schneider betont, dass ein zentraler Fehler in der Unterschätzung des asymmetrischen Krieges liegt. Gegen einen Gegner wie den Hizbullah, für den das Völkerrecht bedeutungslos ist und der die eigene Zivilbevölkerung als Teil seiner Strategie nutzt, steht eine reguläre Armee vor großen Herausforderungen. Die Folgen dieser Fehleinschätzungen sind gravierend: Anstatt Sicherheit zu gewährleisten, hat Israel eine Lage geschaffen, die das Land langfristig politisch, militärisch und gesellschaftlich belasten wird.
In der neuen Folge von «NZZ Geopolitik», aufgenommen am 21. April im Zürcher Bernhard-Theater vor Publikum, diskutiert Richard C. Schneider die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung unter Einbeziehung der libanesischen Regierung und der USA sowie die Rolle des anhaltenden Konflikts mit dem Iran.
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