Donald Trump hat die Waffenruhe mit Iran unbefristet verlängert, während beide Seiten auf Zeit spielen und ihre Grenzen erproben. Zugleich sind Machtkämpfe im iranischen Regime immer offensichtlicher.
Nach Trumps Ankündigung der Verlängerung am Dienstag griffen die Revolutionswächter Teherans bereits am nächsten Tag drei Frachtschiffe nahe der Strasse von Hormuz an, da diese angeblich keine erforderlichen Bewilligungen hatten. Dies geschah kurz nachdem die USA einen Tanker mit iranischem Öl im Indischen Ozean festgesetzt hatten.
Während kein offener Krieg herrscht, gibt es auch keinen Frieden: Iran lehnte erneute Verhandlungen in Pakistan ab. Trump drohte indes weiterhin, die iranische Energieinfrastruktur anzugreifen, sollte keine Einigung erreicht werden.
In der Strasse von Hormuz eskaliert ein Nervenkrieg, wobei beide Seiten eine Blockade ausgerufen haben. Die Verlängerung der Waffenruhe beruhigt die Region oder den globalen Energiemarkt nicht; die Ölpreise näherten sich erneut der Marke von 100 Dollar.
Trump begründete seine Entscheidung mit einem pakistanischen Vermittlungsgesuch, das eine Verhandlungszeit bis zur Vorlage eines Angebots durch Teheran vorsah. Er betonte zudem auf Truth Social, dass die iranische Regierung gespalten sei und Zeit benötige.
In der Führungsriege des Irans scheinen Machtkämpfe ausgebrochen zu sein. Aussenminister Abbas Araghchi und Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf stehen unter Druck von Hardlinern aus dem Umfeld der Revolutionswächter, darunter Mohammed Bagher Zolghadr und Ahmad Vahidi.
Zuletzt konnten Zolghadr und Vahidi verhindern, dass eine zweite Delegation nach Islamabad reiste. Konflikte während der ersten Gespräche zeigten sich auch, als Araghchi finanzielle Unterstützung für Milizen zurückfahren wollte, was Kritik von Zolghadr hervorrief.
Araghchis Ankündigung, die Strasse von Hormuz zu öffnen, wurde schnell wieder revidiert, nachdem Trump eine Blockade verhängte. Die Revolutionswächter beharren auf ihrer kompromisslosen Haltung, was einen diplomatischen Durchbruch nahezu unmöglich macht.
Trump bleibt überzeugt, dass seine Strategie Teheran an den Verhandlungstisch zwingt: “Iran kollabiert finanziell! Sie wollen die Strasse von Hormuz sofort öffnen”, schrieb er. Doch der Stillstand scheint sich zu verlängern.