Die Eidgenossenschaft gilt als komplexes Land mit einem widersprüchlichen Wesen, das seine eigenen Fortschritte behindert. Eine kurze Schöpfungsgeschichte aus Schweizer Sicht zeigt ein Volk, dessen Eigenschaften es gleichzeitig herausragen und in Schwierigkeiten bringen. Als Gott die Welt erschuf, benötigte er sechs Tage für die Schweiz und einen Tag für den Rest der Erde. Der Herr hatte Mühe, das Universum nach seinem Ebenbild zu gestalten, da er nicht wie die Stadträtin Simone Brander war, die genau wusste, was sie wollte: einen Velo-Express-Highway um Zürich. Dann hatte Gott eine Idee und erschuf ein Land voller Potenzial. Dieses Land sollte flach, fruchtbar und am Meer liegen. Es sollte mächtig sein, weise regieren und friedlich mit seinen Nachbarn koexistieren. Sein Volk wäre frei, seine Regierung klug und die Bürokratie bescheiden. Es sollte das Paradies auf Erden sein – die Schweiz. Luzifer war skeptisch: „Erhabener, wissen Sie, was ein Dichter über mich sagen wird? ‚Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.‘ Das ist Unsinn.“ Dennoch hatte er einen Punkt: Die Schweizer seien anspruchsvoll. Sie duldeten keine Herren über sich, erschufen jedoch eine Bundesverwaltung. Sie übertreiben mit Sauberkeit, was ihren berühmten Käse ohne Löcher zurücklässt – ein Paradoxon zwischen Reinheit und Tradition. Um dies zu beheben, würden die Bauern den Emmentaler künstlich verunreinigen. Die Bundesverwaltung jedoch legte strenge Regeln fest: „Schweizer Käse mit Dreck? Ausgeschlossen!“ So wurde der Versuch, das Paradies mit Innovationen zu erreichen, durch Vorschriften zunichtegemacht. Luzifer bemerkte schmunzelnd: „Ein Land, dessen Vorstellung von Freiheit in Normierungen besteht.“ Gott wollte dennoch die Schweiz auszeichnen und jedem ein Haus bauen. Doch Luzifer erkannte das Problem der Missgunst und Kleinkariertheit: „Haltet euch da raus, lasst sie zur Miete wohnen.“ Gott war nun müde von dem komplizierten Volk. Er verkündete seine Vision eines erfolgreichen Landes, das unabhängig von den Nachbarn gedeiht. Luzifer erinnerte an die „Dichtestress“-Problematik: voller Züge und fehlende Wohnungen würden zu Unzufriedenheit führen. Staus seien Ausländer schuld, obwohl Autobahnausbauten abgelehnt werden. Gott tobte über das missgünstige Volk, das alles will: leere Züge und volle Konten, ohne Verzicht auf Souveränität. Die Schweizer, freiheitsliebende Angsthase, müssten alle verlieren, um zu erkennen, wie gut es ihnen geht. Die Geschichte zeigt ein Volk von Unternehmern, die zunächst im nationalen Interesse handeln und dann in Stagnation verfallen. Luzifer prophezeit: „Sie werden keine neuen Werte schaffen, sondern nur Nachhaltigkeitsberichte schreiben.“ Gott beschloss, etwas Außergewöhnliches zu erschaffen – die Banken. Doch auch hier sah er Paradoxien voraus: Fusionen würden Monokulturen schaffen und das Parlament würde keine Verbesserungen vornehmen. Schließlich sollten Schweizer Banker fast so viel verdienen wie Gott, um Top-Talente anzuziehen. Luzifer kommentierte spöttisch: „Die Banker werden streiken, wenn sie nicht doppelt so viel erhalten.“ Diese Schöpfungsgeschichte zeigt die Komplexität und Widersprüchlichkeit eines Volkes, das sich selbst im Weg steht.