Das Design-Museum mudac in Lausanne widmet eine Ausstellung dem japanischen Regisseur Isao Takahata, bekannt als Mitbegründer des Studio Ghibli und Schöpfer der berühmten Anime-Serie «Heidi». Die Ausstellung mit dem Titel «Isao Takahata. Pionier des zeitgenössischen Animationsfilms, von der Nachkriegszeit bis zum Studio Ghibli» beleuchtet die Karriere des 2018 verstorbenen Filmemachers durch Skizzenbücher, Storyboards, Originalzeichnungen, Zelluloidfolien, Filmausschnitte und audiovisuelle Dokumente.
Isao Takahata erlangte in den 1970er Jahren mit Klassikern wie «3000 Leagues in Search of Mother» (1976) und «Anne of Green Gables» (1979) Anerkennung. Laut Pressemitteilungen des Museums mudac zeichnen sich diese Werke durch innovative Ansätze aus, um den Alltag trotz wöchentlicher Episoden authentisch darzustellen – von Kleidung und Esskultur bis hin zur Naturbeziehung. Diese Umsetzung führte zu tief menschlichen und dramatisch detaillierten Erzählungen.
Besonders die Serie «Heidi» (1974) steht im Fokus eines bisher unveröffentlichten Teils der Ausstellung, der sich mit Takahatas Beziehung zur europäischen Kultur sowie den Herausforderungen des Erzählens westlicher Geschichten in Japan beschäftigt. Die Schau beleuchtet Takahatas Ziel, westliche Erzählungen authentisch umzusetzen.
Auch die japanische Kultur spiegelt sich mehrfach in seinen Arbeiten wider, insbesondere in Filmen des 1985 von ihm mitbegründeten Studio Ghibli. Hier entstand «Die letzten Glühwürmchen» (1988), Takahatas wohl bekanntestes Werk, das die Geschichte zweier Kinder im zerbombten Japan gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt.
1935 als siebtes Kind eines Lehrers in Japan geboren, überlebte Isao Takahata 1945 einen schweren Bombenangriff. Diese Erfahrung prägte sein späteres Schaffen. 2009 wurde ihm der Ehrenleoparden des Locarno Film Festivals für sein Lebenswerk verliehen und 2015 war er mit «Die Legende der Prinzessin Kaguya» für einen Oscar als Bester animierter Spielfilm nominiert.
Besucher können die Ausstellung im Lausanner Kunstquartier «Plateforme 10» ab dem 24. April bis zum 27. September besichtigen.