Es scheint, als sei Kanye West nicht unverwundbar. Seine kontroversen Äußerungen, einschließlich antisemitischer Kommentare und der Verwendung von Hakenkreuz-Shirts sowie eines Hitler-Verherrlichungstextes, haben bereits zu einer Show-Absage in Südkorea geführt und fast die Hälfte seiner geplanten europäischen Auftritte abgesagt. Trotzdem demonstrierte er Anfang April seine Entschlossenheit mit einem spektakulären Auftritt auf einer riesigen Weltkugel im 70.000 Zuschauer fassenden SoFi-Stadion in Los Angeles.
Die geplante Welttournee für das neue Album “Bully” steht nun unter Druck, da Großbritannien seine Einreise verweigert hat und Polen eine Show am 19. Juni aus formellen rechtlichen Gründen absagte. In Frankreich versuchte der Rapper selbst, einem behördlichen Konzertverbot zuvorzukommen, indem er sein Konzert verschob. Auch in Basel wurde ein geplanter Auftritt im St. Jakob-Park vom FC Basel abgesagt.
Einige Arenen bleiben jedoch zugänglich. So wurden für sein Konzert in Mexiko laut Promoter Andrés Charvel bereits 2022 Anpassungen vorgenommen, um Ye’s visuellen Ansprüchen gerecht zu werden. Die erste europäische Show ist Ende Mai in Arnhem geplant; der Stadtpräsident Ahmed Marcouch hat zwar keine rechtliche Grundlage für eine Absage gefunden, aber die Situation wird evaluiert.
Auch in Madrid und Reggio Emilia sind Auftritte fraglich, wobei der Bürgermeister Marco Massari sich von Wests Verhalten distanzierte. Die Entscheidung liegt jedoch bei der nationalen Regierung.
Mit jeder abgesagten Show steigt der Druck auf die verbleibenden Termine. Trotzdem setzt Ye Rekorde: Am Tag der Albumveröffentlichung wurden nahezu 50 Millionen Streams auf Spotify erzielt, was es zum erfolgreichsten Hip-Hop-Release des Jahres macht.
Die Skandale tragen zur Legende von West bei; seine Ausfälle werden oft mit seiner bipolaren Störung erklärt, während Provokationen als Teil seines Werkzeugkastens angesehen werden. Die neuen Beschränkungen zeigen jedoch, dass selbst eine Ikone wie Kanye West Konsequenzen spüren muss.
Die aktuelle Situation zeigt, dass falsches Verhalten auch im Pop spürbare Folgen haben kann und stellt die Frage: Wie weit ist das Publikum und die Veranstalter noch bereit, ihm zu folgen?