In einer Zuger Gemeinde wird ein neues Modell getestet, bei dem der Ökihof rund um die Uhr zugänglich ist. Die Entsorgungsfirma Real zeigt sich jedoch skeptisch gegenüber einer Übernahme dieses Systems und begründet dies mit mehreren Faktoren.
Die Frage nach den Öffnungszeiten von lokalen Ökohöfen wurde kürzlich in einer Umfrage gestellt, wobei etwa die Hälfte der Befragten angab, dass ihre Anlagen nicht ausreichend geöffnet sind. Einige Gemeinden haben bereits auf diese Kritik reagiert; so verlängerte etwa eine Stadt Zug ihre Öffnungszeiten an Samstagen.
Aktuell führt die Gemeinde Neuheim ein Pilotprojekt durch, bei dem der Ökihof nun 24 Stunden geöffnet ist. Dies betrifft ausschließlich kostenlose Abfälle wie Glas, PET und Papier. Die Entsorgung von kostenpflichtigem Sperrgut muss weiterhin zu den regulären Zeiten erfolgen. Die Gemeinde berichtet über einen erfolgreichen Start des Projekts und sammelt derzeit Rückmeldungen.
Real, ein führender Akteur in der Region Luzern mit 11 Ökihöfen und zahlreichen Sammelstellen, bleibt bei den bestehenden Zeiten. Mit Standorten wie Ibach oder Horw bietet Real bereits flexible Öffnungszeiten an, jedoch nicht rund um die Uhr. In Horw sind die Ökohöfe bis 20 Uhr geöffnet.
Fabian Zumbühl von Real weist darauf hin, dass die zusätzlichen Öffnungszeiten in Horw wenig genutzt werden und betont, dass die Mehrheit der Kunden die regulären Zeiten bevorzugt. Eine Erweiterung der Öffnungszeiten auf Basis des Neuheimer Modells lehnt Real ab, da die Anlagen Emissionen verursachen könnten.
Eine kürzlich durchgeführte repräsentative Befragung zeigt, dass eine Mehrheit der Haushalte mit den bestehenden Öffnungszeiten zufrieden ist. Die Besucherfrequenz und Abfallmengen an Real-Ökihöfen sind stabil.
Im Gegensatz dazu zeigte unsere Umfrage, dass 56 Prozent der Teilnehmer längere Öffnungszeiten wünschen. Es bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse die Gemeinde Neuheim nach Auswertung ihrer Befragungen präsentieren wird.