Die Analyse von Wetterdaten seit 1981 hilft bei der Bewertung des Eindrucks, dass die Bise zunehmend häufiger auftritt. Die Ergebnisse zeigen jedoch erhebliche jährliche Schwankungen in ihrer Häufigkeit.
Daten aus verschiedenen Messstationen liefern ein inkonsistentes Bild: Bei vier von sechs untersuchten Stationen ist kein statistisch signifikanter Trend festzustellen. Ausnahme bilden zwei Zürcher Standorte: In Zürich-Kloten steigt die Anzahl der Bisenstunden um etwa fünf Stunden pro Jahr, während in Zürich-Affoltern ein Rückgang von rund vier Stunden jährlich zu verzeichnen ist. Dies deutet darauf hin, dass lokale Bedingungen eine Rolle spielen können.
Trotz einer durchschnittlichen Jahresanzahl von 800 Bisenstunden und erheblicher Schwankungen ist der Effekt im Alltag wahrscheinlich kaum wahrnehmbar. Die Wahrnehmung spielt ebenfalls eine Rolle: Aufgrund ihrer kühlen Natur wird die Bise oft als unangenehm empfunden, besonders während langer Hochnebeltage im Winter, was zu einem bleibenden Eindruck führen kann. Diese Phasen scheinen häufiger im Gedächtnis haften zu bleiben als ruhige oder wechselnde Wetterlagen, was den Irrglauben einer Zunahme der Bise verstärken könnte.