Zwei Männer treffen sich am Zürcher Hauptbahnhof, um scheinbar Drogen zu übergeben. Beide erleben dabei eine unerwartete Wendung.
Einem verdeckten Ermittler der Stadtpolizei Zürich wird über Facebook Kokain angeboten. Der Verkäufer gibt sich unter dem Profilnamen «Hello Halil» aus. Die beiden einigen sich auf den Kauf von 50 Gramm Kokain zu einem Preis von 2400 Franken, wie in einem rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vermerkt ist.
Am Abend des 2. Januar um 20:25 Uhr treffen sich der verdeckte Fahnder und «Hello Halil» am Gleis 9 im Hauptbahnhof. Der Unbekannte übergibt dem Polizisten eine graue Socke mit einem verschlossenen Plastiksäckchen darin, welches er als das bestellte Kokain ausgibt.
Da der verdeckte Fahnder vor Ort nicht in der Lage ist, das gut verschlossene Säckchen zu öffnen, bittet er den Fremden, dieses selbst zu öffnen. Dies lehnt der Verkäufer ab. In der Socke befindet sich lediglich Seifenpulver eines Waschmittels. Der Mann wird daraufhin festgenommen.
Er ist ein 28-jähriger Albaner ohne festen Wohnsitz in der Schweiz und wird nicht wegen Drogenhandels, sondern aufgrund versuchten Betrugs verurteilt. Das Strafmaß basiert darauf, dass er gewusst oder annehmen musste, dass der Käufer die Ware vor Ort nicht prüfen kann. Er nutzte das Vertrauen und die Abhängigkeit des Kaufinteressenten aus, um sich im Irrglauben über den Wareninhalt 2400 Franken zu verschaffen.
Nach einer zwei Tage andauernden Inhaftierung erhält der Mann am 4. Januar bei seiner Entlassung den Strafbefehl persönlich ausgehändigt, welcher nun rechtskräftig ist.
Er wird mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 30 Franken (insgesamt 1200 Franken) belegt und hat eine Probezeit von zwei Jahren. Zwei Tagessätze werden durch die Haft verbüßt. Zusätzlich muss er 800 Franken an Gebühren zahlen. Das Waschpulver und die Socke wurden beschlagnahmt, eingezogen und nach Rechtskraft des Strafbefehls vernichtet.