Mit einem 2:0-Sieg über Leverkusen hat der FC Bayern München, deutscher Meister, das Finale des DFB-Pokals erreicht. Es ist bereits sechs Jahre her, dass die Münchner zuletzt in diesem Wettbewerb triumphierten. Im Halbfinale zeigte sich die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany überlegen: Harry Kane und Luis Díaz trafen für den FC Bayern, während Leverkusen, das Team, welches die Bayern 2021 aus dem Pokal warf, chancenlos blieb.
Kompanys Aussage nach der Meisterschaftsfeier, dass seine Mannschaft beim Halbfinale schon gedanklich präsent gewesen sei, schien keineswegs übertrieben. In der 52. Minute hatte Leverkusen eine Gelegenheit zum Ausgleich, was das Spiel fast zu einer Sensation hätte werden lassen.
Allerdings gab es in den letzten Tagen einige negative Nachrichten: Serge Gnabry zog sich im Training einen Adduktorenriß am rechten Oberschenkel zu. Dies bedeutet nicht nur seinen Ausfall gegen Paris Saint-Germain in der Champions League, sondern auch eine verpasste Weltmeisterschaft mit Deutschland.
Obwohl solche Verluste für die meisten Teams schwer wettzumachen sind, hat Bayern die Kapazität dazu – dank Jamal Musiala. Nach seiner Wadenbeinverletzung bei der Klub-WM gegen PSG gewann Musiala zunehmend das nötige Selbstvertrauen zurück. Vor zwei Wochen bewies er seine Form im Spiel gegen St. Pauli, indem er maßgeblich zum 5:0-Sieg beitrug.
Oliver Kahn, eine Legende des Vereins und ehemaliger CEO, riet ihm, auf die WM zu verzichten, um vollständig regenerieren zu können – ein Ratschlag, den Kompany als Kompliment ansah. Musiala befindet sich laut Kompany in einer starken Form: „Er ist torgefährlich und häufig an der richtigen Stelle.“
Musialas Offensivkraft und seine neun Torbeteiligungen in 600 Minuten sprechen für ihn, doch wie Nationaltrainer Julian Nagelsmann betont, muss er bei hundert Prozent sein, wenn er spielen soll. Ähnlich wie Bastian Schweinsteiger sich 2014 langsam aufbaute, könnte Musiala auch im Turnier seinen Höhepunkt erreichen.