Das anvisierte erste Heimspiel der Zurich Ibexx im Hallenstadion wurde abgesagt, was den Niedergang einer transatlantischen American-Football-Liga einläutet. Die Betreiber des Zürcher Veranstaltungsortes zogen einen bereits installierten Bandensatz zurück, dessen Kosten sich auf über 30.000 Franken beliefen. Ursprünglich hätte das Spiel am Samstag um 18:30 Uhr gegen die England Eruptors stattfinden sollen und die Premiere der International Arena League (IAL) in der Schweiz einläuten. Stattdessen wird es nicht ausgetragen, da laut Philipp Musshafen, CEO der Hallenstadion AG, Vertragsverletzungen vorliegen.
Ähnlich erging es den Düsseldorf Warriors: Ein geplantes Auftaktspiel wurde ohne Vorwarnung abgesagt. Pascal Heithorn, General Manager des Teams, hatte zuvor von einem voll ausgebuchten Stadion mit Warteliste geträumt, doch diese Pläne zerbrachen an logistischen Problemen. Auch der ehemalige NFL-Profi Talib Wise, der als Headcoach für die Ibexx agierte und sich wegen des Marktpotenzials für Zürich entschieden hatte, konnte keine Details zu Trainingsort oder Kader nennen.
Die Helvetic Mercenaries, die einzige Schweizer Profi-Mannschaft im European Football League (ELF), zogen sich zurück, nachdem sie eine erfolglose Saison beendet hatten. Dies unterstreicht den Nischenstatus von American Football in der Schweiz. Die IAL scheint ein unvorbereitetes Projekt zu sein: Arena Football ist selbst in den USA wirtschaftlich schwierig und stellte dort zweimal den Konkurs. Auch Versuche, eine Outdoor-Liga während der NFL-Pause aufzubauen, scheiterten.
Die Gründung einer transatlantischen Liga mit Teams in der Schweiz, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA wirkt fragwürdig. Reisekosten für zwanzig Spieler pro Team bleiben ungeklärt, obwohl nur fünfzig Saisonkarten in Zürich verkauft wurden. Die IAL droht zur Fehlgeburt zu werden, auch wenn ein Spiel in Pennsylvania stattfand: Die Pennsylvania Benjamins besiegten die Las Vegas Rockers mit 41:34. Eine professionelle Übertragung war nicht möglich, da der Skorbalken fehlte.
Neben unprofessionellen TV-Bildern stellt sich bald die Frage nach dem Umgang mit einem in Zürich gelagerten Bandensystem.