Gemäß den Anweisungen von Donald Trump mussten israelische Kampfflugzeuge ihre Missionen abbrechen, und Washington diktierte Waffenstillstände sowie die Einrichtung eines Friedensrates. Der Politologe Eytan Gilboa erläutert im Interview die Veränderungen in der Beziehung zwischen den USA und Israel.
Gilboa stellt fest: Trotz gemeinsamer strategischer Interessen existieren Unterschiede, insbesondere bei der Herangehensweise an Iran. Während Trump nach dem Tod von Ali Khamenei auf Diplomatie setzt, sieht Jerusalem die Situation unverändert und skeptisch.
Trotz Differenzen bleibt die militärische Zusammenarbeit besonders eng. Ein historisches Beispiel war 1970, als Israel Truppen an der syrischen Grenze stationierte – ebenfalls ein koordiniertes Vorgehen. Die gegenwärtigen gemeinsamen Operationen gegen Iran seit Juni 2025 markieren jedoch eine neue Qualität dieser Kooperation.
Israel hat seinen Preis für diese Abhängigkeit bezahlt: die Einbuße an militärischer Handlungsfreiheit, wie am Beispiel der Reaktion auf Irans Waffenstillstandsbruch deutlich wird. Trumps Eingriff zwang Israel zum Rückzug, als es bereits Luftoperationen durchführte. Ähnliche Zurückhaltung wurde in Libanon gefordert, um Verhandlungen mit Teheran nicht zu gefährden.
Israel ist stark von den USA abhängig, da ohne deren Waffen- und Munitionsunterstützung seine Kampfkraft eingeschränkt wäre. Daher kann es Trumps Befehle kaum widersprechen.
Die Diskussion um einen dauerhaften amerikanischen Militärstützpunkt auf israelischem Boden könnte die Integration weiter vorantreiben, wodurch Israel noch stärker in das amerikanische Sicherheitsnetz eingebunden wird. Dies erhöht kurzfristig die Abschreckung, schränkt jedoch langfristig Israels Handlungsspielraum ein.
Strategisch gesehen überwiegen derzeit die Vorteile dieser Kooperation den Verlust an Souveränität. Doch das Risiko steigt, da die Unterstützung für Israel in den USA zunehmend polarisiert und politischen Entwicklungen unterliegt.
Israel verhandelt ein neues Abkommen mit Washington bis 2038, um auf wachsende antiisraelische Stimmung im Kongress zu reagieren. Dies soll eine feste Grundlage schaffen, bevor sich die Politik in den USA weiter verschlechtert.
Innenpolitisch gibt es kaum Widerstand gegen diese Abhängigkeit im Büro des Ministerpräsidenten. Netanyahu sieht sich unter Druck, da er ohne Verbesserungen in Gaza, Libanon und Iran Schwierigkeiten haben könnte, eine weitere Amtszeit zu gewinnen. Kritische Stimmen aus der Opposition fordern mehr diplomatische Unabhängigkeit, was jedoch vorwiegend rhetorisch bleibt.