In der französischen Stadt Colombes, nahe Paris, mussten kürzlich rund 15.000 Einwohner aufgrund eines gefährlichen Fundes evakuiert werden. Bauarbeiter stießen bei einem Bauprojekt auf eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die einen Durchmesser von 33 Zentimetern und ein Gewicht von 225 Kilogramm hatte.
Der Fund in Colombes ist kein Einzelfall: Jährlich werden in Deutschland etwa 5000 solcher Blindgänger gefunden. Diese Bezeichnung erhalten Sprengkörper, deren Zünder zwar ausgelöst wurden, die jedoch nicht explodierten – oder noch nicht, da sie unter bestimmten Bedingungen detonieren können.
In Frankreich gibt es keine genauen Angaben zur Anzahl der jährlich entsorgten Blindgänger. Jedoch wird berichtet, dass regelmäßig hunderte Tonnen Munition unschädlich gemacht werden. Der Umgang mit solchen Funden folgt einer Routine: Evakuierung des Gebiets und anschließende Entsorgung durch Experten.
In Colombes wurde die Bombe zunächst von Holzlatten gestützt, um Bewegungen zu verhindern. Eine Sicherheitszone im Umkreis von 450 Metern wurde eingerichtet, was zur Evakuierung vieler Menschen führte. In Frankfurt kam es 2017 sogar zu einer Evakuierung von über 60.000 Personen.
Polizisten in Colombes gingen systematisch von Tür zu Tür, um die Einwohner zu evakuieren. Über 8000 Beamte waren im Einsatz, und trotz der Routine bleibt das Entschärfen solcher Bomben gefährlich: In Göttingen explodierte eine Bombe während des Versuchs der Entschärfung und führte zu Todesfällen.
In Colombes gelang es den Experten nicht, die Bombe vollständig zu entschärfen. Die Entscheidung fiel daher, sie kontrolliert an Ort und Stelle zu sprengen. Dies geschah mit einer zusätzlichen Sprengladung, um die Explosionsgefahr zu minimieren. Nach der Explosion konnten die Bewohner schließlich in ihre Häuser zurückkehren.