Die SVP steht kurz vor der Entscheidung, wer als neuer Bewerber für die Nachfolge von Ernst Stocker als Zürcher Finanzdirektor ins Rennen gehen soll. Die Partei wird ihr Vorgehen bei der Delegiertenversammlung am 9. Juli festlegen.
Trotz des offiziellen Rücktritts von Ernst Stocker im Juli war innerhalb der SVP bereits bekannt, dass ein Ersatz für das Jahr 2027 gesucht werden musste. Domenik Ledergerber, Kantonalpräsident und aktueller Kantonsrat sowie Präsidiumsmitglied der SVP, gibt an, dass eine Empfehlung ausgearbeitet wird: “Ein Vorschlag der Findungskommission soll im Juni dem Vorstand vorgelegt werden.” Ledergerber betont, er werde nicht kandidieren, da er sich in seiner aktuellen Rolle wohl fühlt.
In Gesprächen mit Parteimitgliedern taucht häufig der Name Martin Hübscher auf. Der Nationalrat, Landwirt und ehemalige Fraktionschef der SVP im Kantonsparlament, könnte als gemäßigter Kandidat Stockers Position einnehmen. Er bestätigt jedoch, dass er noch über eine mögliche Kandidatur nachdenke: “Ich wurde von der Findungskommission angehört und diskutiere gemeinsam mit meiner Familie die Optionen.” Hübscher hebt hervor, dass es andere geeignete Personen für das Amt gibt.
Eine weitere potentielle Kandidatin ist Nina Fehr Düsel. Die Unternehmensjuristin aus Küsnacht, ehemalige Kantonsrätin und seit 2023 Nationalrätin, äußert Interesse: “Das Amt reizt mich weiterhin.” Sie gibt aber an, dass familiäre und berufliche Verpflichtungen sie davon abhalten könnten, sich kurzfristig zu entscheiden.
Auch bei anderen Parteien laufen ähnliche Prozesse. Die SP sucht einen Nachfolger für die Justizdirektorin Jacqueline Fehr, die ebenfalls auf eine weitere Amtszeit verzichtet hat. Am 4. Juli wird die Partei ein Zweierticket nominieren, zu dem Priska Seiler Graf bereits Interesse gezeigt hat.
Bei den bürgerlichen Parteien könnte es bei der Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh und Bildungsdirektorin Silvia Steiner aufgrund ihres Alters Wechsel geben. Beide sind 69 Jahre alt und haben sich noch nicht öffentlich zu ihren Plänen geäußert.
Besonders interessant ist die Situation bei Mario Fehr, dem parteilosen Sicherheitsdirektor, der trotz seines Alters weiterhin aktiv bleibt. Sowohl Natalie Rickli (SVP) als auch Martin Neukom von den Grünen sind aufgrund ihres jüngeren Alters für eine weitere Amtszeit im Gespräch.