Künstliche Intelligenz verändert den Bildungsbetrieb – eine Zürcher Maturagruppe teilt ihre Erfahrungen. Diese Schülerinnen und Schüler, kurz vor der Matura, berichten über die tiefgreifenden Auswirkungen von KI-Chatbots auf ihren Schulalltag. Im Realgymnasium Rämibühl diskutieren sie in einer Projektwoche mit der NZZ über die Vor- und Nachteile dieser Technologie. Früher gab es noch kein Chat-GPT, doch heute sind solche Tools omnipräsent. Die Schülerinnen bemerken zunehmende Faulheit: „Man wird fauler, denn jede Information ist sofort verfügbar“, sagt eine von ihnen. Ein weiteres Problem ist der Missbrauch für Plagiate, obwohl viele Nutzer den positiven Aspekt sehen – etwa, wenn Lehrer selbst KI zur Aufgabenstellung verwenden. Ein Schüler erklärt: „Die Schule sollte uns beibringen, wie man mit Chat-GPT richtig umgeht.“ Die Technologie erleichtert nicht nur das Lernen, sondern auch Prüfungen. Einige erzählen von heimlichen Fotografien der Fragen und dem Abschreiben von Antworten – ein Trend, den Lehrer durch Mobiltelefonkontrollen zu unterbinden versuchen. Lehrkräfte sehen sich gezwungen, Inhalte umzugestalten und den Schülern Misstrauen entgegenzubringen. KI-generierte Texte sind oft so überzeugend, dass sie die Authentizität von Schülerarbeiten infrage stellen. Einige Lehrer bieten analoge Unterrichtsstunden an, um dem Trend zu begegnen. Die Meinungen der Schülerinnen und Schüler gehen auseinander: Während einige KI für das Lernen loben – besonders in schwierigen Fächern wie Wirtschaft –, betonen andere die Notwendigkeit des eigenständigen Lesens und Verstehens. Am Ende ist die Klasse gespalten: Einige glauben an eine Intelligenzsteigerung durch KI, andere sehen es kritisch.