Mit Milliardeninvestitionen und Konkurrenz durch Anthropic steht OpenAI vor Herausforderungen. Sam Altman, CEO von OpenAI, sieht sich mit Bedenken konfrontiert. Erfolg bringt oft Druck: Das bejubelte Unternehmen OpenAI erregte Aufsehen mit der Einführung von Chat-GPT und gewann in kürzester Zeit Millionen Nutzer. Doch aktuell läuft es nicht mehr optimal. Das “Wall Street Journal” berichtet unter Berufung auf anonyme Quellen, dass das Unternehmen seine Unternehmensziele verfehlt hat. Bis Ende 2025 wollte OpenAI eine Milliarde wöchentlich aktive Nutzer erreichen; eine solche Meldung blieb jedoch aus. Zudem wurde in diesem Jahr mehrfach ein Umsatzziel nicht erfüllt. Die Finanzchefin Sarah Friar fürchtet, dass geplante Investitionen in Datenzentren gefährdet sind, falls die Einnahmen nicht steigen. Obwohl Altman einen Börsengang noch dieses Jahr anstrebt, äußerte Friar Bedenken. Sie versucht nun, Kosten zu kontrollieren und das Unternehmen zu disziplinieren, was zu Konflikten mit Altman führt. Beide dementierten Berichte über Uneinigkeit und betonten ihre Einigkeit bezüglich der Rechenleistung. Trotz interner Diskussionen hat Altman im letzten Jahr Investitionen in Datenzentren oder Chips angekündigt, die OpenAI bis 2030 mit Ausgaben von 600 Milliarden Dollar belasten. Der Deutsche Bank Research schätzt einen kumulierten negativen freien Cashflow zwischen 2024 und 2029 auf 143 Milliarden Dollar. Angesichts dieser Umstände stellt sich die Frage, ob OpenAI für den Börsengang bereit ist. Damian Borth vom Institut für Computer-Science an der Universität St. Gallen betont die Notwendigkeit des Börsengangs wegen hoher Investitionen in Rechenzentren. Ein Börsengang bringt zwar Kapital, birgt aber auch das Risiko verschärfter Probleme, da ein kotiertes Unternehmen quartalsweise seine Zahlen offenlegen muss. Altman ist überzeugend, doch bekannt dafür, mit der Wahrheit nicht immer genau zu sein. Borth meint: Altmans Startups waren oft erfolgreich, jedoch nie ganz so wie versprochen. Ein Börsengang würde von OpenAI verlangen, regelmäßig Ergebnisse zu liefern. Elon Musk verzögerte den Börsengang seiner Firma SpaceX wegen der potenziellen Auswirkungen auf den Aktienkurs durch Raketenabstürze. Nun plant er auch für 2023 einen Börsengang von SpaceX. Konkurrenten wie Anthropic, Deepseek und Google haben mittlerweile Marktanteile gewonnen. OpenAI setzte lange auf private Nutzer, während sich der Zugang zu Unternehmenskunden als langwieriger und lukrativer erweist. Anthropic erkannte dies frühzeitig. Für Borth ist Anthropic besser für einen Börsengang gerüstet als OpenAI, da es eine diversifizierte Produktpalette hat und entsprechende Tools für Unternehmen entwickelte.