Die bürgerliche Mehrheit des Nationalrats hat bei der Diskussion um die Umsetzung der Pflege-Initiative mehrere Vorschläge abgelehnt. Regine Sauter, Zürcher FDP-Nationalrätin und seit 2023 Präsidentin des Spitalverbandes Hplus, äußerte sich zur Entscheidung. Seit 2015 vertritt Sauter die FDP im Nationalrat und gehört der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) an. In einem Interview mit SRF News erläuterte sie ihre Position: Der Volksentscheid habe zwar Ziele zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen festgelegt, doch der Vorschlag des Bundesrats gehe weit darüber hinaus, indem er den Spitälern und Heimen die Flexibilität in der Personalorganisation nimmt. Sauter betont die Dringlichkeit, das Problem von 14’000 unbesetzten Stellen im Pflegebereich anzugehen. Trotz des Pflegenotstands müssten Spitäler, Pflegeheime und Spitex-Organisationen als attraktive Arbeitgeber gelten können. Der Bedarf an Personal steige kontinuierlich an, weshalb Arbeitszeitmodelle gemeinsam ausgehandelt werden sollten, die den Mitarbeitenden gerecht werden. Sie hebt hervor, dass 40 Prozent der Pflegenden vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden, primär wegen schlechter Löhne und strenger Bedingungen. Die Lösung sieht sie in einer Kompromissfindung zwischen beiden Seiten sowie in der Berücksichtigung unterschiedlicher Anforderungen verschiedener Gesundheitsberufe. Obwohl 2021 61 Prozent für die Pflege-Initiative stimmten, fehlt laut Sauter eine konkrete Umsetzungsstrategie und Finanzierungsplan. Die Herausforderung sei es nun, auf Bundesebene eine tragfähige Regelung zu finden. Auf die Frage nach der Priorisierung von Steuerzahlern gegenüber Pflegenden entgegnete Sauter, dass die Notwendigkeit bestehe, attraktive Arbeitsbedingungen für Pflegende in Einrichtungen zu schaffen. Neue Modelle hätten bereits dazu beigetragen, den Bedürfnissen der Pflegenden entgegenzukommen. Das Gespräch führte Urs Leuthard. Nähere Informationen gibt es heute Abend um 21:50 Uhr auf SRF 1 oder über Play SRF.