Im italienischen Restaurant einer Mumbaischen Gasse warnt Kellner Prasad seine Gäste vor längeren Wartezeiten, da mittlerweile Elektroherde statt Gas verwendet werden müssen. Viele kleine Lokale in der Stadt können sich diese Anpassung nicht leisten und bleiben geschlossen, andere bieten nur ein eingeschränktes Menü an. In Indien ist das Kochen mit Gas die Norm; die meisten Haushalte kaufen nachfüllbare Flaschen. Seit dem Krieg im Iran sind diese jedoch knapp geworden. Die Regierung hat Priorität für den Verbrauch gegeben, wodurch vor allem Restaurants und Street-Food-Stände betroffen sind.
Nataline, Köchin in einem Vorort Mumbais, erzählt von ihrer Frustration: “Ich wollte Idlis kaufen, aber aufgrund der Gasknappheit konnte das Essen nicht zubereitet werden.” Auch ihr Haushalt leidet unter dem Mangel. Sie versucht seit Tagen vergeblich, eine neue Gasflasche zu erwerben.
Bei einer Filiale von Bharat Gas herrscht ständiger Anrufverkehr und ein Gedränge im Büro. Shuaib, der hier vor kurzem abgewiesen wurde, hatte für letzte Woche Gas bestellt, das bis heute nicht geliefert ist. Manager Sanjay versichert jedoch: “Es gibt kein Problem” und die Panik der Kunden sei unbegründet; lediglich die Lieferzeiten seien verlängert worden.
Sanjay behauptet, dass genügend Flaschen auf Lager sind – eine Aussage, die auch von Premierminister Narendra Modis Regierung unterstützt wird. Die Verzögerungen liegen laut Sanjay an kranken Mitarbeitern oder Ferien. Der Iran-Krieg spiele keine Rolle. Auch zu Berichten über Schwarzmarktpreise, die das Dreifache des regulären Preises betragen sollen, will er sich nicht äußern.
Pinky, eine Street-Food-Verkäuferin im selben Viertel, bestätigt dagegen die hohen Kosten für Gas auf dem Schwarzmarkt. Der Preis ihrer Gerichte musste um zehn Rupien erhöht werden; dennoch bleibt der Verdienst gering. Sie hofft auf ein Ende der Krise.
Der Inhaber eines Punjabi-Restaurants, gezwungen wieder mit Kohle zu kochen, ist skeptisch: “Alles hängt vom Krieg ab.” Er glaubt nicht an die Sinnhaftigkeit von Konflikten und betont, dass Kriege nichts bringen.