Zum ersten Mal seit 1986 gibt es in der National League einen Trainerwechsel zwischen zwei Schweizer Klubs, bei dem Zug den Zürcher Coach übernimmt. Der EVZ hat mit Lauri Marjamäki eine unerwartete Lösung gefunden und ihn von Kloten angeworben.
Trainerposten in der National League sind weltweit begehrte Positionen, die internationale Aufmerksamkeit erregen können. Zug, bekannt für sein großes Budget, seine erstklassige Infrastruktur und einen hochkarätigen Spielerkader, hat sich entschieden, den ehemaligen Klotener Trainer zu verpflichten, obwohl er die Mannschaft in der Saison 2025/26 auf Platz 12 geführt hatte.
Interessanterweise hat Marjamäki selbst um Erlaubnis gebeten, sich bei Zug für den Posten bewerben zu dürfen. Dies schilderte Sportchef Reto Kläy von Zug. Seine früheren Aussagen über seine Verbundenheit mit Kloten scheinen inzwischen irrelevant, da er sich gegen namhafte Konkurrenten durchsetzte.
Dass Michael Liniger nach Kloten zurückkehrt, ist für den Klub ebenfalls ein Glücksfall. Der 46-jährige Liniger spielte dort zwischen 2007 und 2016 und kennt die Klub-DNA sowie das anspruchsvolle Umfeld. Er ist trotz eines missglückten Engagements in Zug einer der vielversprechendsten Trainer im Land, was gut zum Klotener Fokus auf den Nachwuchs passt.
Der Austausch Marjamäki gegen Liniger markiert die erste solche Aktion in der National League seit 1986. Damals wechselte Dan Hobér vom EV Zug zu ZSC, während Andy Murray von dort nach Zug ging und mit seinem Team bald darauf den Aufstieg schaffte.
Heute scheint sich der EVZ auf schwierige Zeiten einzustellen. CEO Patrick Lengwiler erklärte, dass Marjamäki Erfahrung im Umgang mit jungen Spielern habe und die Mannschaft durch einen Rebuild-Prozess führen wolle, um wieder an die Spitze zu kommen.
Obwohl der Kader hochkarätig ist und Stars wie Leonardo Genoni enthält, scheint der Fokus nicht auf sofortigen Titelgewinnen zu liegen. Marjamäki hatte in Finnland zweimal den Meistertitel gewonnen und führte Kloten in seiner ersten Saison sensationell ins Play-off.