In diesem April fiel wenig Regen, was zu ausgeprägter Trockenheit und niedrigen Wasserständen in Schweizer Seen und Flüssen führte. Das bekannte ‘Aprilwetter’ blieb aus, stattdessen herrscht seit Wochen Dürre.
Viele bemerkten den ungewöhnlich trockenen Monat April. Die Auswirkungen sind sichtbar: Austrocknung der Böden, sinkende Wasserstände und Pflanzen, die auf Regen warten. Nau.ch befragte MeteoSchweiz, das Bundesamt für Umwelt sowie den Bauernverband zu den Folgen.
Christoph Holstein von MeteoSchweiz sieht keinen Grund zur Besorgnis: “Trockenheit kann jederzeit auftreten.” Es sei wichtig zwischen Niederschlagsarmut und Trockenheit zu unterscheiden, obwohl sie oft zusammenhängen. Derzeit sind in vielen Regionen der Schweiz trockene Bedingungen vorherrschend.
Die Messdaten des Bundes zeigen, dass Böden in großen Teilen der Schweiz trocken bis sehr trocken sind; im Berner Mittelland sogar extrem. Viola Mauri vom Bundesamt für Umwelt berichtet von relativ niedrigen Wasserständen bei vielen Flüssen: “Im Mittelland gibt es verbreitet ein leichtes bis erhebliches Abflussdefizit.” Dank Schneeschmelze und dem nassen Februar sind die Grundwasserstände jedoch normal bis hoch.
Christoph Holstein führt die Trockenheit auf das Fehlen von Niederschlägen im April zurück, bedingt durch blockierte Hochdrucklagen. Das Niederschlagsdefizit sei beträchtlich und betreffe alle Landesteile. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 fielen in manchen Regionen weniger als zehn Prozent der üblichen Niederschläge.
Holstein prognostiziert, dass der April 2026 als einer der trockensten Monate in die Geschichte eingehen wird. Daniel Blättler vom Schweizer Bauernverband äußert Bedenken: “Für das Keimen und Wachstum der gesäten Kulturen sind Regenfälle unerlässlich.” Zurzeit werden einige Gemüsekulturen künstlich bewässert, um eine gute Ernte zu sichern. Derzeit sei jedoch mit keinen Ernteausfällen oder Qualitätsverlusten zu rechnen.
Das Bundesamt für Umwelt sieht keine Grund zur grossen Sorge: “Ähnliche Trockenperioden gab es bereits 2022 und 2023.”