Am Dienstag begrüßte US-Präsident Trump den britischen König Charles III. und die Königin Camilla im Weißen Haus, was ihren ersten Staatsbesuch in den USA als Monarchen markierte – seit fast zwanzig Jahren der erste eines britischen Monarchen. Beim zweiten Tag des offiziellen Empfangs schüttelte Camilla die Hände der aufgestellten US-Regierungsmitglieder, bis Trump sich vor sie stellte und selbst Hand anlegte. Währenddessen wartete Camilla geduldig, während Charles vergeblich seine Hand ausstreckte.
Das Bild einer wartenden Königin hinter dem Gastgeber löste scharfe Online-Kritik aus; Nutzer beschrieben Trumps Verhalten als «respektlos». Weder Buckingham Palace noch das Weiße Haus äußerten sich offiziell dazu. Der Vorfall passt zu einer langen Reihe von Vorfällen: Seit 2017, seinem ersten Amtsantritt, hat Trumps Händedruck diplomatisch Aufsehen erregt – sei es durch Ziehen, Tätscheln oder Festhalten.
Im April empfing Trump die Tennismeisterinnen der University of Georgia im Weißen Haus. Während er die Hände der fünf männlichen Trainer schüttelte, winkte er den elf Sportlerinnen nur zu. Ein Bild zeigt die Männer im Vordergrund und die Spielerinnen fast unsichtbar dahinter. Die tschechisch-amerikanische Tennisspielerin Martina Navratilova kommentierte auf X: «A photo is worth a thousand words».
In Tokio begrüßte er Kaiser Naruhito mit einem Händedruck und kurzem Nicken, ohne sich zu verbeugen – ein Verstoß gegen die japanische Etikette. Beim Abschied tätschelte er dem Kaiser den Arm, was in Japan als Taktlosigkeit gilt.
Trump und der französische Präsident Emmanuel Macron sind bekannt für ihre langen Begrüßungen. Bei ihrem ersten Treffen auf dem Nato-Gipfel 2017 in Brüssel griff Macron so fest zu, dass beide weiße Knöchel erhielten. Trotz Trumps Versuchen, den Griff zu lockern, ließ Macron nicht los. Auch bei späteren Begegnungen in Paris wiederholte sich die Szene.
Zur Wiedereröffnung von Notre-Dame reiste Trump am 7. Dezember 2024 nach Paris; der Händedruck dauerte 17 Sekunden. Am 24. Februar 2025 im Weißen Haus versuchte Trump, Macrons Hand zu sich zu ziehen, doch Macron widersetzte sich und erklärte gegenüber dem «Journal du Dimanche», sein Händedruck sei «nicht ohne Hintergedanken». Er betonte: Keine symbolischen Zugeständnisse.
Die damalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte Trump im Oval Office. Vor den Fotografen fragte sie, ob sie sich die Hände schütteln wollen. Trump reagierte nicht und schaute geradeaus – ob er die Frage missverstand oder ignorierte, blieb ungeklärt.
Beim Fotoshooting im Oval Office hielten Trump und der japanische Premierminister Shinzo Abe 19 Sekunden lang Händedruck. Trump tätschelte Abes Hand, zog sie heran und stieß sie dann weg; Abe sah beim Loslassen erleichtert aus. Amerikanische Medien beschrieben diese Technik als «yank and pull».
Tagesschau, 28.04.2026, 19:30 Uhr