In einer kleinen Gemeinde im südlichen Frankreich steht ein Mann unter Verdacht, bei Übernachtungsveranstaltungen zahlreiche Kinder zwischen zwei und neun Jahren sexuell missbraucht zu haben. Die Ermittlungsbehörden stützen sich auf eine umfangreiche Sammlung von Beweisfotos und -videos.
Die Staatsanwaltschaft in Villefranche-sur-Saône gab bekannt, dass der 40-jährige Vater die Mehrheit der Vorwürfe eingeräumt hat. Den Anstoß für die Untersuchungen gaben Ende 2024 Anzeigen mehrerer Eltern, nachdem bekannt wurde, dass der Verdächtige Mitschüler seiner Kinder zu Übernachtungspartys und Geburtstagsfeiern eingeladen hatte, um dort sexuelle Gewalt auszuüben. Die Taten wurden auf insgesamt 127 Videos und 197 Fotos festgehalten, die bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt wurden.
Der Vorfall löste in Lucenay, einem Dorf nördlich von Lyon, wo der Verdächtige lebte und die Taten verübt worden sein sollen, eine Schockwelle aus. Französische Medien berichteten, dass umfangreiche psychologische Unterstützung für die betroffenen Familien bereitgestellt wurde. Spezialisierte Ermittler wurden hinzugezogen, um die Kinder zu befragen.
Laut dem Bericht der Zeitung „Le Monde“ waren alle Opfer männlichen Geschlechts und die Übergriffe sollen zwischen 2020 und 2024 stattgefunden haben. Die Untersuchungen konzentrieren sich darauf, ob der Verdächtige den Kindern vor den Übergriffen Medikamente verabreicht hat, um sie ruhigzustellen.
Der 40-Jährige gab an, selbst als Kind missbraucht worden zu sein, wie aus Vernehmungsprotokollen hervorgeht. Bisher war er nicht bei der Justiz in Erscheinung getreten.