Reporter ohne Grenzen (RSF) hat eine neue Rangliste zur Pressefreiheit veröffentlicht, die darauf hinweist, dass diese im Jahr 2026 einen historischen Tiefstand erreicht hat. Mehr als die Hälfte der Länder sind jetzt in den Kategorien «schwierig» oder «sehr schwierig» eingestuft. Besonders auffällig ist dabei der Rückgang von sieben Plätzen für die USA, was auf Angriffe von Donald Trump gegen Medien zurückzuführen ist.
Im Kontext anderer Länder, die in Schweizer Medien Beachtung finden, beleuchten drei Beispiele aus dem Netzwerk von SRF-Auslandsberichterstattungen die aktuelle Lage. In der Schweiz selbst wird die Pressefreiheit grundsätzlich als zufriedenstellend bewertet, doch kritisiert RSF bestimmte Aspekte wie Artikel 47 des Bankengesetzes, welcher Journalisten bis zu drei Jahre Haft droht, wenn sie mit geleakten Bankdaten arbeiten. Ebenfalls bemängelt wird die Möglichkeit, dass Medienschaffende ohne Anhörung durch ein Zivilgericht zum Verbot von Recherchen gezwungen werden können.
Franco Battel, seit 2024 wieder Korrespondent in Italien für Radio SRF, berichtet über eine gemischte Pressefreiheitslage. Trotz einer starken Umgestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch die Regierung Meloni, kann sich die Privatpresse offenbar frei äußern und deckt Themen auf, die von der RAI vernachlässigt werden. Die Lage ist jedoch angespannt, wie das Beispiel eines Sprengsatzes vor dem Haus eines Recherchejournalisten zeigt.
Susanne Brunner, Leiterin der Auslandsredaktion bei Radio SRF, beschreibt Einschränkungen in Israel seit dem Angriff durch die Hamas am 7. Oktober 2023. Seitdem dürfen keine ausländischen Journalisten mehr in den Gazastreifen einreisen. Trotz gewisser Freiheiten, wie der Beantragung eines Presseausweises und der Bewegungsfreiheit innerhalb Israels, sind kritische palästinensische Journalistinnen und Journalisten stark eingeschränkt.
Calum MacKenzie, Russland-Korrespondent von Radio SRF, berichtet über eine deutliche Verschlechterung der Medienfreiheit in Russland. Nach dem Angriff auf die Ukraine wurden viele freie Medien vertrieben und unabhängige Journalisten als «ausländische Agenten» gebrandmarkt. Aktuell sitzen 48 Medienschaffende in Haft, und ausländische Korrespondenten erfahren häufig Überwachung oder Einschüchterungsversuche.